Glosse über das Bodenlicht

Seit einiger zeit muss man bei nächtlichen Spaziergängen durch Lüdenscheid doppelt aufpassen. Zuallererst natürlich wegen kriminellen Machenschaften, denen man nur allzu gerne aus dem Weg zu gehen pflegt. Doch nun gibt es noch ein weiteres Problem. So kann es passieren, dass man urplötzlich von einem grellen Lichtstrahl aus dem Boden geblendet wird und für längere Zeit nichts sehen kann.

Quelle dieses Blendens ist das sogenannte „Bodenlicht“, welches ein Bestandteil der Aktion „Stadt des Lichtes“ ist, die der Stadt Lüdenscheid zu hohem Ansehen und Ruhm verhelfen soll. Dieses Bodenlicht befindet sich, wie der Name schon sagt, am Boden und nicht etwa wie seine Kolleginnen in der Luft an langen Stangen befestigt.

Aufgrund dessen ist es dem Bodenlicht auch gänzlichst untersagt, das zu tun, wozu Straßenlampen eigentlich gebaut werden: die Straße zu beleuchten. Sie leuchten ja schließlich nicht auf den Weg, sondern AUS dem Weg, was ein Umstand ist, der dafür sorgt, dass man sich beim Überqueren dieser Lichtquellen von ihrer starken Leuchtkraft unfreiwillig überzeugen kann und erst einmal für ein paar Sekunden so geblendet ist, dass man seinen eigentlich geplanten Weg erst einmal wiederfinden muss.

Der Sinn dieses Bodenlichts, schöne Häuser zu bestrahlen ist eindeutig nicht richtig, da die bestrahlten Häuser oder Wände alles andere als schön sind. Doch einen Vorteil hat das Bodenlicht ja: sollte Lüdenscheid einmal pleite sein, kann man dort immer noch einen Flughafen bauen.

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