Bobos Filmbox – 2016-02 – Oben Edition – #17 – Dark Star

Bobos Filmbox - 2016-02 - Oben Edition - #17 - Dark Star

/// ZiB

Irgendwann zwischen dem Erscheinen von „2001 – Odyssee im Weltall“ und „Alien“ beschloss ein junger Filmemacher namens John Carpenter, diese Science Fiction Parodie zu drehen. Das war damals eine gute Zeit für das Genre. In „Dark Star“ beobachten wir den Alltag einer Handvoll höchstgradig bärtiger Astronauten, die seit 20 Jahren das All erforschen. Wer so lange aufeinander hockt, ist schon mal genervt voneinander. Und dazu kommt, dass die Bomben, die eigentlich zur Sprengung von Planeten gedacht sind, nicht sehr zuverlässig funktionieren…

Bobos Filmbox - 2016-02 - Oben Edition - #17 - Dark Star

„Dark Star“ soll ein ziemlicher Kultfilm sein, und deshalb habe ich ihn mir vor längerer Zeit auf DVD zugelegt. Immerhin mochte ich „Spaceballs“, was sollte also schief gehen? Je länger er sich in meinem Besitz befand, desto skeptischer wurde ich allerdings. Ich merkte langsam, dass Humor sehr unterschiedlich wahrgenommen wird, und dass ich gerade was das angeht furchtbar wählerisch bin. Würde mir dieser alte Billigfilm gefallen?

Durch Bobos Filmbox habe ich „Dark Star“ jetzt doch endlich gesehen. Und es tut mir Leid… bei mir zündete er überhaupt nicht. Ich grinste kurz über das trashige Wasserball-Alien und zwischendurch gab es in den Dialogen ein, zwei nette Zeilen. Aber welchen Sinn hatte z.B. die lange Szene im Aufzugschacht? Sollte das Slapstick sein? Vielleicht kann ich einfach nur nicht nachvollziehen, was damals vor 40 Jahren so neuartig an der ganzen Sache war, aber für mich schwankte der Humor die meiste Zeit zwischen flach und langweilig. Ich wusste vorher, dass es eine phantastische Sequenz mit einer philosophierenden Bombe geben sollte. Aber der fiel überraschend kurz aus. Dabei war die Bombe mein Lieblingscharakter.

Schade drum, aber jetzt kenne ich den Film wenigstens.

/// spa

Wenn man „Der Weltraum.“ sagt, hört man oft als Antwort: „Unendliche Weiten.“ Denke ich an unendliche Weiten, fällt mir zunächst unendliche Langeweile ein. Was soll man auch bitte den ganzen Tag über im Weltraum machen? Klar, aus heutiger Sicht ist man vermutlich gut damit ausgelastet, dafür zu sorgen, dass das eigene Raumschiff nicht explodiert, doch in der Zukunft? Da muss man sich schon irgendein Hobby suchen, damit das eigene Leben nicht so öde wird wie „Darkstar“.

Klar, man muss anders an „Darkstar“ herangehen als an neuere Filme. Natürlich sollte man die eigenen Ansprüche niemals runterschrauben müssen, dennoch muss man einfach bedenken, was zu der Zeit, in der „Darkstar“ gedreht wurde, überhaupt möglich war. Und was nicht. Doch auch das hilft nicht dabei, diesem zähflüssigen Stück frisch gepresstem Weltraumbrei auch nur den Hauch von Spannung zu entlocken. Aus heutiger Sicht schlechte Effekte sorgen selten dafür, dass ich einen Film nicht mag. Gerade in dieser Hinsicht kann ich viel verzeihen. Aber einen aufgeblasenen Wasserball als Alien zu verkaufen, ist schon gewagt. Sollte das eine Parodie sein? Dann war die Inszenierung zu öde. War das ernst gemeint? Dann gnade uns Gott. Die philosophischen Gespräche mit der Bombe haben einem jetzt auch nicht viel gegeben und klangen eher danach, als hätte hier jemand versucht, eine Stunde Philosophie in der siebten Klasse zusammenzufassen.

Das mag nun alles hart klingen, doch natürlich kann „Darkstar“ anderen Menschen gefallen. Für diese freue ich mich dann sogar. Sie waren nicht so gelangweilt wie ich. Gelangweilt von den langweiligen Charakteren mit ihren langweiligen Probleme. Im Rückblick war der Wasserball natürlich spitze. Weil ein Rückblick selten so lange andauert wie die zurückgeblickte Situation. „Darkstar“ mag ein Kultfilm sein, sehen will ich ihn trotzdem nie wieder.

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