Bobos Filmbox – 2016-02 – Oben Edition – #18 – Lightning Strikes

Bobos Filmbox - 2016-02 - Oben Edition - #18 - Lightning Strikes

/// spa

Ich mag Gewitter. Als Kind habe ich sie immer „Gewinter“ genannt. Wenn es gewittert, stehe ich heute noch vor dem offenen Fenster und gucke raus. Gewitter sind atmosphärisch, laut, dunkel, grell und darum wahnsinnig toll. Vor Blitzen habe ich selbstverständlich einen gewissen Respekt, glaube aber nicht, dass ich einmal in meinem Leben vom Blitz getroffen werde. Da geht es den Menschen des folgenden Films deutlich schlechter.

Bobos Filmbox - 2016-02 - Oben Edition - #18 - Lightning Strikes

„Lightning Strikes“ klang für mich wie ein Wetterkatastrophen-Film. Ich vermutete, dass es um ein gigantisches Unwetter gehen würde, das alle töten wird, jedoch von niemandem beachtet wird, weil ja das große Kürbisfest ist und der Wetterexperte außerdem vor einiger Zeit mal eine falsche Prognose abgegeben hat. Man kennt die Geschichten. Doch dann kam die große Überraschung: In „Lightning Strikes“ geht es gar nicht um ein Unwetter, sondern um ein Blitzmonster!

Nein, das hier ist keine „Power Rangers“-Episode, in „Lightning Strikes“ kommen keine strumpfbehosten, bunten Menschen vor. Dafür Kevin Sorbo, der vor vielen Jahren Herkules in der gleichnamigen Serie gespielt hat und es vermutlich satt hat, immer und immer wieder auf diese Serie reduziert zu werden.

Zurück zur Handlung. Es gibt also kein richtiges Unwetter. Aber der Rest? Der ist ziemlich wahr. Ja, vor allem der Teil mit dem Kürbisfestival. Wenn ihr mal eine ganze Stadt vernichten möchtet, inszeniert ein Kürbisfestival. Niemand wird den Warnungen der Polizei glauben schenken, vor allem nicht der Bürgermeister. Viele Menschen sind gestorben und es werden mehr werden? Heute nicht! Es ist Kürbisfestival!

Man kann „Lightning Strikes“ vieles vorwerfen. Die meisten Charaktere gehen einem schnell auf die Nerven. Der Bürgermeister ist ein unbeliebter Vollidiot, bei dem ich mich schnell gefragt habe, wer den überhaupt gewählt hat. Der Protagonist schleppt mal wieder eine Tochter mit sich herum, die nicht auf ihn hört, weil sie ihre Gründe hat. Und die Wetterexperten will ich gar nicht mehr ansprechen. Sagen wir einfach, dass sie ins Muster der anderen Charaktere passen. Nur eine Sache noch: Sie haben einen unglaublich faszinierenden Lieferwagen, der außen viel kleiner aussieht, als er im Innern tatsächlich ist.

Was bleibt, ist wieder einmal ein interessantes Monster. Das Blitzwesen hat so einiges drauf und lässt sich im Grunde von nichts und niemandem beeindrucken. Es ist stinksauer und will töten, darum macht es auch nichts anderes. Es sieht sogar ganz in Ordnung aus.

Insgesamt war „Lightning Strikes“ kein guter Film. Vor allem das an den Haaren herbeigezogene Finale war merkwürdig. Aber es passte irgendwie auch. Nach der Sache mit dem Kürbisfest musste man sich einfach wenigstens eine Sache ausdenken, die den Zuschauer überrascht. In welcher Form auch immer. Wer schon immer einen Film über ein Blitzmonster sehen wollte, kann sich „Lightning Strikes“ ansehen. Man sollte nur keinen guten Film erwarten. Sondern eben einen Film über ein Blitzmonster.

/// ZiB

Im Vergleich zu „Stonados“ oder „Anrgiff der Drachen“ hat mir dieser Film aus der SyFy Produktionsschmiede etwas besser gefallen. Klar, die Effekte sind überall schäbig und die Charaktere gleichsam dämlich. Aber wenn man ihn mit seinesgleichen, also anderen Billig-Katastrophenfilmen, vergleicht, hat er zumindest einen gewissen Unterhaltungswert zu bieten. Das liegt vor allem an der Idee mit dem Blitzmonster. Blitze alleine wären ziemlich langweilig gewesen, aber so haben sie zumindest versucht, eine ungewöhnliche Geschichte zu erzählen. Und über die Klischees, wie z.B. das vom Bürgermeister trotz aller Gefahren bis zuletzt verteidigte Kürbisfest, kann man als Trashfreund lachen, weil sie an dutzende andere Feste dieser Art in Filmen dieser Art erinnern. Dann noch ein abgehalfterter Ex-Fernsehstar als Protagonist und niemand kann behaupten, dass er enttäuscht wurde.

Ist „Lightning Strikes“ deshalb ein Tipp? Nein. Aber im Eintopf der lieblos heruntergedrehten SyFy-Produktionen ist er zumindest eine durchgeweichte Wurstscheibe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.