Bobos Filmbox – 2016-01 – Tier Edition – #20 – Reservoir Dogs

Bobos Filmbox - 2016-01 - Tier Edition - #20 - Reservoir Dogs

/// ZiB

Nachdem wir ihn eigentlich gestern hätten gucken sollen, ich aber in übermüdetem Zustand ernsthafte Probleme hatte, den schnellen Dialogen im O-Ton zu folgen, und optionale niederländische Untertitel da auch nur bedingt halfen, holten wir „Reservoir Dogs“ heute in ausgeruhtem Zustand nach. Ja, es gab mal eine Zeit, in der wir im Urlaub niederländische DVDs kauften, weil wir sonst so schwer an 18er Titel kamen.

Bobos Filmbox - 2016-01 - Tier Edition - #20 - Reservoir Dogs

Im Vergleich zu Quentin Tarantinos späteren Filmen, sind die Schauplätze und Charaktere in seinem Erstlingswerk sehr überschaubar. Erst „The Hateful Eight“ hat mich in seiner Einfachheit wieder hieran erinnert. Es geht um eine Handvoll Bankräuber, die sich nach dem Überfall in einer Lagerhalle treffen. Die Flucht verlief nicht wie geplant, einer von ihnen liegt blutend am Boden und der Verdacht besteht, dass sie einen Verräter unter sich haben, der die Polizei informiert hat. Nur wer ist es? Während die Atmosphäre immer angespannter wird, werden einige Rückblenden eingestreut (die mochte Tarantino schon immer), die uns mehr über einzelne Charaktere verraten.

Da ich den Film ewig nicht mehr gesehen hatte, war ich mir nicht mehr sicher, wie die Auflösung war, und das machte es noch etwas spannender. Aber auch ansonsten spürt man schon deutlich Tarantinos Händchen für coole Charaktere, coole Musik und vor allem coole Dialoge, die einen selbst dann bei der Stange halten, wenn wenig passiert. Und blutig geht es auch zur Sache. Ich muss aber zugeben, dass „Reservoir Dogs“ nicht mein Favorit unter seinen Filmen ist. So sehr ich Kammerspiele eigentlich mag, liegt mir vielleicht das ernste Gangster-Genre zu wenig. Oder es ist tatsächlich so, dass „Reservoir Dogs“ im direkten Vergleich ziemlich langatmig ausfällt? Seine abwechslungs- und temporeicheren Werke wie „Kill Bill“ oder „Inglourious Basterds“ treffen eher meinen Geschmack. Und natürlich „Pulp Fiction“, der wie eine formvollendete Fortführung von „Reservoir Dogs“ wirkt. Aber dafür ist es halt sein erster Film, und als solcher immer noch sehenswert.

/// spa

Warum nur fällt es mir so verdammt schwer, etwas über diesen Film zu schreiben? Es ist fast so, als würde ich ihn in die Schublade mit der Bezeichnung „Belanglos“ stecken wollen, doch bringe ich dies andererseits nicht übers Herz. So schlecht ist „Reservoir Dogs“ schließlich gar nicht. Es sind viele Jahre durchs Land gezogen, seit ich ihn zum letzten Mal gesehen habe. Wie ZiB wusste ich gar nicht mehr, worum es überhaupt geht, von Langeweile kann zudem ebenfalls nicht die Rede sein. Wo also liegt mein Problem mit diesem Film?

Vermutlich sind es die Charaktere, deren individuellen Charakterzüge ich bereits wenige Tage nach Sichtung des Films wieder vergessen habe. Die ganze Geschichte mit all ihren Ereignissen plätscherte einfach so an mir vorbei und vor sich hin und geradewegs in die Vergessenheit. Die Folterszene mag vor Jahren einmal Menschen dazu gebracht haben, verstörte Laute von sich zu geben, doch weiß mich so etwas heutzutage einfach nicht mehr zu beeindrucken. Mit Tarantinos Musikauswahl kann ich ebenfalls nicht immer viel anfangen und so verschwindet Element um Element aus dem Film und zurück bleibt ein nettes Kammerspiel um einen Bankraub, ein paar Verbrecher, einen möglichen Spitzel und viel, viel Blut und Leid. Absolut kein schlechter Film aber leider auch absolut nicht mein Genre.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.