Bobos Filmbox – 2015-01 – Red Edition – #12 – Tierterror in der Sierra Nova

Bobos Filmbox - 2015-01 - Red Edition - #12 - Tierterror in der Sierra Nova

/// spa

Als Leslie Nielsen in “Forbidden Planet” auftauchte, überraschte mich das, schließlich bin ich bisher davon ausgegangen, dass er AUSSCHLIESSLICH in “Die nackte Kanone” oder den mit diesem vergleichbaren Filmen und Serien mitspielte. Als sein Name dann aber plötzlich beim heutigen Film auftauchte, explodierte mein Weltbild.

Bobos Filmbox - 2015-01 - Red Edition - #12 - Tierterror in der Sierra Nova

“Tierterror in der Sierra Nova” ist aber zunächst einmal der wohl großartigste Name, den man sich für einen Tierhorrorfilm wünschen kann. Tiere. Terror. Tierterror. Fantastisch. Ein bisschen blöd war es da schon, dass der Film im DVD-Menü und auch an den meisten anderen Orten da draußen den Titel “Panik in der Sierra Nova” trägt. Aber da kann ja der Film nichts für.

Er kann auch nichts dafür, dass man nach der Einführung Leslie Nielsens als einen der Protagonisten erst einmal ein paar Minuten braucht, um ihn wieder ernst nehmen zu können. Erkannte man Nielsen in “Forbidden Planet” (1965) noch nicht auf den ersten Blick, hat er für “Tierterror in der Sierra Nova” (1977) sein bekanntes, weißes Haar angelegt und dürfte wohl jedem irgendwie bekannt vorkommen, der auch nur ein kleines bisschen Ahnung von Filmen hat.

Die Geschichte des Film fand ich spannend. Die Menschheit erkennt, dass die ewige Umweltverschmutzung der Erde alles andere als gut tut. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich die Ozonschicht nach und nach auflöst und es deswegen immer heißer auf der Erde wird. Doch das ist noch lange nicht alles. Die Sonneneinstrahlung scheint zudem dafür zu sorgen, dass Tiere eine starke Agressivität entwickeln und jeden Menschen anfallen, der sich ihnen in den Weg stellt. Das ist selbstverständlich äußerst unangenehm, wenn man gerade Teil einer Gruppe ist, die einen Abenteuerurlaub gebucht hat und deswegen zusammen mit einem Führer durchs Gebirge läuft, um dort das Überleben in der Wildnis zu erlernen. Einer solchen Gruppe folgen wir als Zuschauer und werden Zeuge davon, wie wilde Tiere sie nach und nach verkleinern und auch an den Gruppenmitgliedern die Hitze nicht ganz ohne Auswirkung vorbeigeht.

Grundsätzlich war das schon ein verdammt gut gemachter Film. So gut wie alles wurde mit echten Tieren wie Vögeln, Bären, Wölfen und Raubkatzen gedreht. Das ist in der heutigen Zeit schon wieder ziemlich ungewohnt. Für “Tierterror in der Sierra Nova” hat man auf dressierte Tiere zurückgegriffen, die sich hin und wieder mit ihren Besitzern prügeln dürfen. Das sieht gefährlich aus, war es vermutlich auch, lässt mich aber gleichzeitig auch an Tierquälerei denken, wenn ich mich frage, wie man es in einer Szene geschafft hat, Ratten auf einen Menschen springen zu lassen. Bei mir hinterlässt so etwas immer einen blöden Nachgeschmack.

Lässt man diesen jedoch beiseite, hat man es hier mit einem guten und spannenden Film zu tun. Die Raubtiere umkreisen ihre zunächst ahnungslose Beute und als diese merkt, dass hier nicht mehr alles mit rechten Dingen vor sich geht, ist es bereits zu spät. Die Menschen gehen einem vielleicht hin und wieder auf die Nerven, da man es hier wieder einmal mit klischeebeladenen Rollenbildern zu tun hat, doch ist das selbstverständlich zum Teil Absicht. Leslie Nielsen beispielsweise hat absolut gar nichts mit seinen späteren Rollen gemeinsam und das kann für den oder die einen oder anderen vielleicht ziemlich ungewohnt sein.

Insgesamt wurde ich gut unterhalten. Der Film ist absolut kein Billigtrash, wie man ihn vielleicht heutzutage von Filmen wie “Sand Sharks” oder von mir aus auch “Night Claws” erwarten würde. Es handelt sich um einen guten Tierterrorfilm, über dessen Herstellung ich jetzt gerade jedoch nicht zu viele Details erfahren möchte.

/// ZiB

Tierhorrorfilme haben sehr häufig das Problem, dass sie eher Richtung Trash gehen, als wirklich spannend und bedrohlich zu wirken. Die Welle von Direct-to-DVD-Billigproduktionen der letzten Jahre tut dem Ruf des Genres auch nicht unbedingt gut. Aber es gibt Ausnahmen, und “Tierterror in der Sierra Nova” ist trotz des reißerischen (aber wirklich wohlklingenden!) Titels eine davon.

Trotz der etwas schrägen Erklärung (das Ozonloch macht die Tiere verrückt, oh nein!) hat mich der Film mitgerissen, und dazu trugen vor allem die realistisch wirkenden Angriffsszenen bei. Es macht eben einen Unterschied, ob man ein echtes Tier sieht oder eine Puppe. Oder eine künstlich wirkende CGI-Kreatur. Die Atmosphäre ist wirklich bedrohlich, vor allem auch dadurch, dass die Tiere die Menschen zuerst nur beobachten. Außerdem gibt es mehr Abwechslung als in den meisten Tierhorrorfilmen, weil vom Vogel über Hunde bis zu Bären völlig unterschiedliche Tiere zum Angriff übergehen. Und schließlich ja sogar Menschen.

Etwas zu seifenopernmäßig fallen leider manche Dialoge aus, so dass es schwer fällt, alle Charaktere ernst zu nehmen. Aber insgesamt habe ich mich doch gut unterhalten gefühlt und würde “Tierterror in der Sierra Nova” auf jeden Fall zu den besseren Tierhorrorfilmen zählen.

Ob die Bedingungen für die Tiere in den 70ern ideal waren, kann ich nicht sagen. Ich habe allerdings gelesen, dass die Trainer sich wohl wirklich bemüht haben und deshalb hoffe ich, dass bei den Dreharbeiten kein Tier zu Schaden gekommen ist. Bei der Rattenszene wäre ich mir allerdings nicht so sicher, ob man das heute noch so machen würde… Vielleicht wirkt CGI-Getier weniger überzeugend, aber für die Tiere ist es sicher angenehmer, dass sie heute nicht mehr für jeden Quatsch vor die Kamera gezerrt werden.

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