Angriff der Monstren

Dieses Monster hatte sie alle Umgebracht!

Seine gesamte Familie lagt tot neben Craven auf dem Boden. Ihre Körper waren aufgeschlitzt und überall war Blut. Nur er alleine hatte überlebt. Ein Kind. Ohne Eltern und ohne sonstige Familie. Alle waren sie getötet worden.

Und der Blutdurst dieses Monsters war noch lange nicht gestillt! Es hatte wohl bemerkt, dass da noch jemand überlebt hatte! Nun kam es schreiend auf ihn zugerannt. Craven wusste nicht, wie er sich vor der heranstürmenden Bestie schützen sollte. Er hatte keinerlei Erfahrung im Kämpfen. Seine Familie hatte bisher friedlich und ohne Gewalt anwenden zu müssen gelebt. Und plötzlich wurden sie angegriffen.

Sie hatten gedacht, dass sie hier sicher seien. In eine Höhle hatten sie sich zurückgezogen, nachdem die Monster sich immer weiter ausgebreitet hatten und sie einen nach dem anderen abschlachteten. Keiner wusste so genau, woher sie kamen oder warum sie so aggressiv waren. Sie kamen genauso plötzlich wie sie auch wieder verschwanden.

Zwar war es wohl bekannt, wo sie hausten, doch jeder, der sich ihnen näherte, büßte diesen Fehler mit seinem Leben.

Die brutale Vorgehensweise war schon immer ein Rätsel. Und auch Cravens Familie konnte ihm diese von ihm oft gestellte Frage nicht beantworten. Sie sagten ihm lediglich, er solle sich vor diesen Bestien in Acht nehmen und sobald er einen von ihnen jemals erblicken konnte, so schnell wie möglich fliehen. Craven war bisher nicht sehr oft draußen gewesen. Sein Vater war seither dafür zuständig gewesen, Nahrung zu beschaffen. Ein oder zweimal hatte er Craven mitgenommen. Aber auch dann nur ein paar Meter von der Höhle entfernt. Zu groß war die Angst um seinen Sohn gewesen.

Und jetzt hatte sie eines dieser Monster gefunden. Wie, konnte Craven sich einfach nicht erklären. Aber es war auch egal und man konnte es nicht ändern. Sie waren entdeckt worden.

Während sie schliefen war diese Bestie über sie hergefallen. Die Erwachsenen wurden zuerst getötet. Diese waren die einzigen, die dem Monster gefährlich werden konnten. Und dann kamen die Kinder. Seine beiden Geschwister, Fara und Thal, lagen leblos am Boden der Höhle. Auch sie waren tot.

Craven wusste einfach nicht, was er unternehmen sollte. Das Monster kam immer weiter auf ihn zu und schien immer lauter zu schreien. Craven wurde fast wahnsinnig vor Angst und Panik und rannte in eine Ecke der Höhle. Dort versuchte er, sich in den Schatten zu verstecken. Doch ihm war eigentlich bereits klar, dass dies nichts bringen würde.

Und richtig. Das Monster hatte ihn natürlich nicht aus den Augen verloren. Aber es hörte auf zu rennen. Es schien so, als wüsste es, dass Craven verloren war und er nicht mehr entkommen konnte. Langsam ging er auf Craven zu und begann plötzlich in einer Sprache, die Craven merkwürdiger Weise sogar verstehen konnte, mit ihm zu sprechen.

„Na, mein Kleiner! Du brauchst nicht wegrennen. Am Eingang zu deiner Höhle warten ein paar Freunde von mir. Wenn du auch nur versuchen solltest hier rauszurennen, werden sie dich bestimmt daran hintern! Also bleib am besten einfach hier stehen und lass mich dies hier schnell zu einem Ende bringen! Aber eines will ich dir noch sagen! Du bist der letzte! Ja, auch wenn du vielleicht nicht verstehst, was ich dir damit sagen will: Du bist der letzte! Wenn du tot bist, haben wir endlich deine gesamte Rasse von dieser Welt beseitigt! Du und deine Familie wart die letzten! Wir suchen euch schon sehr lange und endlich haben wir euch gefunden! Und jetzt werde ich dem ganzen ein Ende setzen! Deine Familie musste ja bereits dran glauben! Und jetzt bist du dran!“

Craven wusste nicht, was plötzlich mit ihm geschah. Er hatte vor wenigen Sekunden noch panische Angst gehabt, aber plötzlich wurde er ruhig. Diese merkwürdige Ruhe schien sich in seinem gesamten Körper breit zu machen und der Ruhe folgte eine angenehme Wärme.

Craven kam es so vor, als würden leise Stimmen zu ihm Sprechen. „Du bist der letzte von uns.“ „Flieh.“ „Du kannst es schaffen.“ Unzählige Stimmen sprachen zu ihm.

Craven wusste nicht, was plötzlich mit ihm los war… aber er fühlte sich auf einmal unglaublich stark. Und er wurde wütend. Die Wärme die in ihm herrschte wurde immer stärker und es schien so, als würde er innerlich zu Kochen beginnen.

Das Monster kam immer näher auf ihn zu. Doch plötzlich blieb es stehen und schaute ihn mit weit aufgerissenen Augen an. Es schien so, als würde es die Veränderung, die in Craven vorging, sehen können. Er bekam einen panischen Gesichtsausdruck.

Dann schoss eine Flamme aus Cravens Maul hervor.

Die Flamme traf ihr Ziel und der Mensch begann zu brennen. Er schrie und rannte zum Ausgang der Höhle. Dort kamen auch bereits vier andere Menschen angerannt. Sie hielten Schwerter und Lanzen in der Hand, mit denen sie den Drachen aufspießen wollten, aber sie blieben alle erschrocken stehen und starrten auf den brennenden und schreienden Kollegen.

Diese Schrecksekunde nutzte Craven.

Er spannte seine Flügel, die er bisher noch nie benutzt hatte, weit aus und machte einen meterweiten Sprung in Richtung Höhlenausgang. Dann ließ er einen weiteren und wie es schien noch größeren Feuerstrahl als vorher aus seinem Maul entweichen. Wieder traf der Strahl sein Ziel.

Es sah aus, als würde die Höhle von lebendigen Fackeln beleuchtet werden. Doch Craven hatte genug gesehen. Mit einem weiteren gigantischen Sprung sprang er aus der Höhle heraus, schlug ein paar mal kräftig mit den Flügeln und erhob sich in die Luft.

Mit einem lauten schrei flog er davon. Wohin er fliegen sollte, wusste er noch nicht. Aber er würde sich an den Menschen rächen. Und auch wenn er der einzige seiner Art sein sollte, er würde niemals aufhören, nach weiteren Drachen zu suchen. Wenn sich doch noch irgendwo welche in Höhlen versteckt haben sollten, er würde sie finden. Und vielleicht würden sie ihm sagen können, woher er plötzlich diese Kraft und das Wissen hat. Er wollte es herausfinden.

Und jeden Menschen, der sich ihm in den Weg stellt, würde er ohne zu zögern umbringen.

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