Interview mit Candela aus „Pokémon Go“

spa: Herzlich Willkommen zu DIALOGOPTION. Heute unterhalte ich mich mit Candela, einer Teamleiterin aus „Pokémon Go“. In „Pokémon Go“ rennt man mit dem Handy in der Hand durch die Welt, fängt mit Hilfe von Bällen kleine Monster, verbessert sie mit Sternenstaub und Bonbons und setzt sie anschließend in Arenen aus, um sie dort gegen andere Pokémon antreten zu lassen. Candela ist die Leiterin von Team Rot, einem von drei Teams, denen sich die Pokémontrainerinnen und -trainer der Welt anschließen können. Hallo Candela.

Candela: Guten Tag. Und vielen Dank für die zwar etwas unpräzise, dafür aber auch äußerst knackige Einleitung.

spa: Wissen Sie eigentlich, dass wir uns mittlerweile seit über einem Jahr kennen?

Candela: Nein. Warum sollte ich das?

spa: Weil ich Mitglied Ihres Teams bin!

Candela: So wie millionen andere Menschen. Denken Sie wirklich, dass ich jede Person kenne, die sich Team Wagemut angeschlossen hat?

spa: Ein bisschen gehofft hatte ich das tatsächlich.

Candela: Da muss ich Sie leider enttäuschen.

spa: Wissen Sie eigentlich, dass Team Wagemut gar nicht mein Team erster Wahl war?

Candela: Wissen Sie eigentlich, dass ich gar nicht hier sein muss?

spa: Wissen Sie eigentlich, dass ich von meinen Gästen erwarte, dass Sie sich genauso wie ich auf unser Gespräch vorbereiten?

Candela: Wie lautet mein Nachname?

spa: Sie fragen sich jetzt bestimmt, warum ich das Team gewechselt habe.

Candela: Nein.

spa: Ich spiele „Pokémon Go“ seit dem 3. August 2016.

Candela: Nicht schlecht.

spa: Zu dieser Zeit wusste man noch nicht einmal, wie die Teamleiterinnen und -leiter im Spiel aussehen! Man bekam lediglich ihre Silhouetten zu Gesicht.

Candela: Ich erinnere mich.

spa: Fanden Sie diese Form der Anonymität eigentlich angenehmer? Als man Ihr Gesicht noch nicht kannte, konnten Sie draußen bestimmt entspannter einkaufen gehen, oder?

Candela: Wer geht denn heutzutage noch zum Einkaufen nach draußen? Es gibt das Internet! Wie ich zu diesem stehe, sollten Sie sich eigentlich denken können. Ich bin eine der Protagonistinnen in einem Videospiel, in dem man ohne Internet nichts machen kann.

spa: Das war jetzt eher im übertragenen Sinn gemeint. Lassen Sie mich die Frage umformulieren: Werden Sie häufig auf der Straße angesprochen?

Candela: Ja. Aber das steht in keinem Verhältnis dazu, wie oft ich im Spiel angesprochen werde. Können Sie sich eigentlich vorstellen, wie viele Menschen am Tag von mir erfahren möchten, ob sie ein gutes Pokémon gefangen haben oder nicht?

spa: Dazu kommen wir gleich. Ich möchte noch schnell meine Geschichte zuende erzählen, wie ich in Ihrem Team gelandet bin.

Candela: Ich bin mir sicher, dass das genau der Grund ist, warum sich Ihre Leserinnen und Leser seit Wochen auf dieses Interview gefreut haben.

spa: Dies ist kein Interview, sondern ein Dialog. Das ist etwas ganz anderes.

Candela: Wie sind Sie denn nun in meinem Team gelandet?

spa: Nett, dass Sie fragen!

Candela: …

spa: Als ich damals meinen Account in „Pokémon Go“ erstellte, hatte ich nicht lange darüber nachgedacht, welchem Team ich mich anschließen sollte. Als ich gefragt wurde, wählte ich spontan das gelbe Team.

Candela: Team Intuition.

spa: Genau.

Candela: Lassen Sie sich oft von ihrer Intuition leiten? Die Art und Weise der Teamwahl erweckt zumindest den Eindruck.

spa: Nein. Um ehrlich zu sein, mag ich Intuition nicht. Intuition hat nicht viel mit Nachdenken zu tun und ist total unüberlegt.

Candela: Womit hat sie dann zu tun, Sie nachdenklicher Mensch? Mit dem schnellen Ausüben von Erfahrung?

spa: Bauchgefühl. Und wer so schlecht isst wie ich, will sich eigentlich nicht von den Dingen leiten lassen, die man untenrum ausscheidet. Grund für die Wahl war zunächst der Umstand, dass es Team Grün nicht gibt.

Candela: Sie mögen Grün?

spa: Ja. Sehr sogar.

Candela: Da ist es natürlich schade, dass es kein Team mit grünen Farben gibt.

spa: Außerdem ist eine meiner Internetseiten gelb.

Candela: Auch eine interessante Begründung. Hatte Spark denn nichts damit zu tun?

spa: Nein. Spark, der Leiter von Team Gelb, hatte nichts damit zu tun.

Candela: Ich halte es für äußerst fragwürdig, das Team nur wegen seiner Farbe auszuwählen und es auf diese zu reduzieren. Ein Team steht für so viel mehr! Wir bei Team Wagemut stehen für die…

spa: Das hier ist kein Kanzlerduell. Selbstverständlich habe ich Ihr Teamprogramm damals gelesen. Aber wenn wir ehrlich sind, hat das alles doch überhaupt keine Auswirkung auf das Spiel. Oder habe ich irgendwelche Boni übersehen, die ich durch Sie bekomme?

Candela: Nein.

spa: Sehen Sie?

Candela: Und warum landeten Sie dann letztendlich doch bei mir, obwohl es Ihnen ja eigentlich egal zu sein scheint, wem Sie sich anschließen?

spa: Der Grund dafür war meine Frau. Die spielte bereits länger als ich „Pokémon Go“ und war in Team Rot.

Candela: Team Wagemut.

spa: Genau.

Candela: Meinem Team.

spa: Genau. Nach meiner Wahl fiel mir auf, wie blöd es gewesen war, ein anderes Team zu wählen als das ihre. So konnten wir nicht miteinander spielen sondern lediglich gegeneinander. Und das gefiel mir überhaupt nicht.

Candela: Nachvollziehbar.

spa: Also erstellte ich einen neuen Account. Ich rannte durch den angrenzenden Park, bis ich erneut Level fünf und die Aufforderung zum Teamanschluss erreichte, wählte Ihr Team und bin diesem seitdem treu geblieben.

Candela: Bereuen Sie ihre Entscheidung?

spa: Nein. Warum auch?

Candela: Bestimmte Teams sind in bestimmten Regionen besser repräsentiert und können somit besser Arenen einnehmen und verteidigen.

spa: Ach was. Ja, Team Blau…

Candela: Team Weisheit.

spa: Sie legen aber sehr viel Wert auf akkurate Teambezeichnungen.

Candela: Was ich davon halte, die Teams auf Farben zu reduzieren, habe ich Ihnen bereits mitgeteilt. Zumindest bis zu dem Punkt, an dem Sie mich unterbrochen haben.

spa: Also gut. Team Weisheit ist tatsächlich das dominantere Team in meiner Wohngegend. Aber das ist ja nicht schlimm. Es ist kein Problem, nachts mit meiner Frau und meinem Hund loszuziehen, sich zwei Arenen zu holen und dann abzuwarten, bis Team Blauheit…

Candela: Weisheit.

spa: … sich die Arena wieder zurückgeholt und uns somit ein paar Münzen eingebracht hat. Spielen Sie das Spiel eigentlich selbst?

Candela: Nein. Ich bin eine Teamleiterin und keine Pokémontrainerin.

spa: Sie besitzen kein einziges Pokémon?

Candela: Der Besitz eines Pokémons sagt nichts darüber aus, ob man ein echter Trainer beziehungsweise eine echte Trainerin ist.

spa: Was macht für Sie denn eine Trainerin oder einen Trainer aus?

Candela: Trainerinnen und Trainer leben, um Pokémon zu fangen und zu besitzen. Die einen möchten gerne einen vollständigen Pokédex haben, die anderen die stärksten Pokémon. Andere wiederum beides. Wozu zählen Sie sich?

spa: Ich spiele für den Pokédex. Ich würde gerne jedes Pokémon besitzen, das man im Spiel finden kann.

Candela: Ein ehrgeiziges Unterfangen.

spa: Ich muss aber gleichzeitig zugeben, dass ich in letzter Zeit gar nicht mehr gespielt habe.

Candela: Warum?

spa: Weil ich es als etwas unangenehm empfand, wie sehr mich „Pokémon Go“ vereinnahmte. Ich will hier nicht von einer Sucht sprechen…

Candela: Weil sie jederzeit aufhören können?

spa: Genau. Warum klingt das jetzt so, als würden Sie mich nicht ernst nehmen?

Candela: Reden Sie weiter.

spa: Na gut. Also: Ich stellte irgendwann fest, dass ich nicht mehr vor die Tür ging, ohne vorher „Pokémon Go“ zu starten. Ständig hielt ich mein Handy in der Hand und fing Pokémon. Ging ich mit meinem Hund spazieren, hielt ich die Leine in der einen und „Pokémon Go“ in der anderen Hand. Und das war mir unangenehm.

Candela: Das klingt tatsächlich unangenehm.

spa: Danke für Ihr Verständnis!

Candela: Und wie gehen Sie mittlerweile vor?

spa: Ich habe erst einmal eine zweiwöchige Pause eingelegt. In dieser Zeit habe ich die App nicht mehr gestartet. Ich habe nichts gefangen, keine Arenen erobert, keine Raids gemacht, gar nichts. Nach diesen zwei Wochen habe ich aber nicht einfach wieder weitergemacht wie bisher, sondern nur noch hin und wieder gespielt. Beispielsweise habe ich an interessanten Raids teilgenommen. Und nachts eroberte ich häufig mit meiner Frau ein paar Arenen. Das war es eigentlich. Aber nach einiger Zeit habe ich gemerkt, dass mir auch das nicht mehr richtig Spaß macht. Es verkam gefühlt zu Arbeit, zu einer Verpflichtung. Also habe ich aufgehört. Ich dürfte die App jetzt seit ein paar Wochen nicht mehr gestartet haben.

Candela: Sie fangen keine wilden Pokémon mehr?

spa: Nein. Ich muss natürlich zugeben, dass ich so gut wie jedes Pokémon der ersten zwei Generationen besitze. Ich habe alle bisher erhältlichen legendären Pokémon und von den normalen Pokémon fehlen mir vor allem die, die nicht in Europa gefangen werden können.

Candela: Und was machen Sie, wenn die dritte Generation erscheint? Kommen Sie dann noch einmal zurück zum Spiel?

spa: Nein, ich glaube nicht.

Candela: Sie haben also genug?

spa: Ja. Ich weiß, wie negativ das alles klingt, aber so ist es gar nicht gemeint. „Pokémon Go“ zählt zu den tollsten Spielen, die ich in meinem Leben gespielt habe. Ich habe es ein Jahr lang jeden Tag dabei gehabt. Es gab tatsächlich nur wenige Ausnahmen. Ich finde das Spiel großartig. Draußen auf Pokémonjagd zu gehen, hat mich stets gut unterhalten. Ich bin über 1.300 Kilometer mit dem Spiel in der Hand herumgelaufen. Ich bin mit der Bahn in Nachbarorte gefahren, um nach Nestern zu suchen. Ich habe Arenen in meiner alten Heimat erobert, um sie in der Arenaliste als Erinnerungen abzuspeichern. Dazu zählen unter anderem meine alte Grundschule und mein altes Gymnasium. „Pokémon Go“ ist wundervoll und da lasse ich auch nichts dran kommen. Nur wurde es mir eben zu viel. Es fiel bereits das Wort Sucht. So weit will ich wie gesagt nicht gehen. Aber ich wollte es auch nicht dazu kommen lassen, dass der Begriff tatsächlich einmal verwendet werden muss.

Candela: Vielen Dank.

spa: Wofür?

Candela: Zunächst einmal für die ehrlichen Worte. Aber auch dafür, dass sie etwas Positives zum Spiel sagen.

spa: Wie meinen Sie das?

Candela: Haben Sie denn nie mit anderen Spielerinnen und Spielern zusammen gespielt?

spa: Doch, natürlich.

Candela: Und wie oft hat man Ihnen gegenüber geäußert, dass das Spiel Spaß macht?

spa: Hmmm.

Candela: Sehen Sie? Letztens war die Verbindung nicht gut. Das Arenasystem ist scheiße, die sollten das mal ändern. Das neue, geänderte Arenasystem ist scheiße, früher war das besser. Man sollte Sternenstaub kaufen können. Dass man Raidpässe kaufen kann, ist Geldmacherei. Soll ich weitermachen?

spa: Nein. Ich weiß, worauf Sie hinauswollen.

Candela: Und bevor Sie es erwähnen: Ich habe nichts gegen Kritik. Wirklich nicht. Aber hin und wieder ein positives Wörtchen? Ist das zu viel verlangt?

spa: Sie haben schon irgendwie Recht. Oft wird nur über Fehler gemeckert. Manchmal kann man sich schon fragen, warum bestimmte Leute überhaupt noch spielen. Man steht an einer Arena neben einer Person, die definitiv noch mehr gespielt hat als man selbst, doch äußert diese Person nichts Positives über das Spiel, das sie da gerade spielt. Manchmal nervt es.

Candela: Tja. Was soll ich sagen…

spa: In manchen Gegenden sind die Spawnraten blöd, es gibt kaum Pokéstops, es gibt kaum Arenen… und es wird sich immer wieder darüber aufgeregt. Anstatt diesen Umstand zu akzeptieren und entweder nicht mehr zu spielen oder das Beste daraus zu machen.

Candela: Es ist schwer, es allen Recht zu machen. Aber ich muss gleichzeitig zugeben, dass ich es auch schade finde, dass bestimmte Menschen nicht so spielen können, wie sie gerne würden. Es wäre vermutlich sinnvoller gewesen, die gesamte Welt mit einem Gitter zu überziehen und in den einzelnen Bereichen die Erscheinungsrate der Pokémon einheitlich festzulegen. Dass ein Pokémon wie Relaxo seltener erscheint als ein Taubsi ist selbstverständlich sinnvoll und gut. Aber dass in einem Umkreis von einem Kilometer um Ort A nur ein Pokémon pro Stunde erscheint, an Ort B dagegen zweihundert, ist nicht fair. Und vor allem schwer zu begründen.

spa: Aber es ist halt so. Und zwar seit der ersten Stunde. Irgendwann sollten die Leute das akzeptieren.

Candela: Das sagen Sie. Weil Sie in einer Gegend wohnen, in der sich viele Arenen und Stops befinden und andauernd irgendwelche Pokémon erscheinen. Ich habe gerade in meinem Verzeichnis nachgesehen: Sie haben sogar ein Nest vor der Haustür.

spa: Wollen Sie etwa andeuten, ich sei verwöhnt?

Candela: Das hier ist mehr als andeuten.

spa: Viel schlimmer finde ich ja sowieso die Angeber. Einmal stand ein erwachsener Mann neben mir, der sich über das Despotar eines kleinen Kindes lustig machte, weil dieses nicht bereits einen Wert von 3.000 überschritten hatte. Etwas Unangenehmeres ist mir selten untergekommen.

Candela: Wollten wir uns nicht über positive Dinge unterhalten?

spa: Gerne: Einmal stand plötzlich ein kleiner Junge neben mir, der mich etwas verlegen fragte, ob ich „Pokémon Go“ spielte. Ich stand zufällig neben einer Arena und schaute auf mein Handy – tatsächlich las ich gerade eine Nachricht und spielte gar nicht. Er hatte gedacht, ich sei ein Spieler. Hinter ihm stand seine Mutter, die mir erklärte, dass hier gerade ein Raid mit einem Pokémon stattfindet, das dem Jungen noch fehlte. Aber alleine konnte er das Vieh einfach nicht schaffen. Sofort startete ich „Pokémon Go“ und half dem Kleinen beim Kampf. Wir besiegten den Gegner, er fing ihn und war unglaublich glücklich. Seine Mutter bedankte sich bei mir und die beiden gingen davon. Es war wundervoll. DAS sind die Erinnerungen, von denen ich eigentlich erzählen möchte.

Candela: Dann tun Sie das.

spa: Einmal stand ich an einem Pokéstop, an dem ein Lockmodul aktiviert worden war. Für die Uninformierten: Das bedeutet, dass an diesem Punkt dreißig Minuten lang mehr Pokémon erscheinen als normal. Es standen mehrere andere Spielerinnen und Spieler um mich herum, als plötzlich ein kleiner Junge auf mich zu kam und fragte: „Du? Darf ich mal deine Eier sehen?“

Candela: Vielleicht sollten Sie hier nicht JEDE Erinnerung zum Besten geben.

spa: Sie haben Recht. Vermutlich langweilt das die Leserinnen und Leser irgendwann.

Candela: So meinte ich das nicht.

spa: Haben Sie auch Anekdoten, die Sie loswerden möchten?

Candela: Es ist mir leider nicht gestattet, zu sehr ins Detail zu gehen. Meine Anekdoten beziehen sich schließlich auf meine Kunden. Und über Kunden spricht man nicht. Zumindest nicht öffentlich.

spa: Und intern?

Candela: Oh, Sie können sich gar nicht vorstellen, worüber intern so alles geredet wird. Gerade wir Teamleiter bekommen einige spannende Dinge mit, die jedoch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.

spa: Das ist äußerst schade. Ich hatte gehofft, mit Ihnen über Interna plaudern zu können.

Candela: Da haben Sie leider die falsche Person eingeladen.

spa: Wie meinen Sie das?

Candela: Ach, es gab bereits den einen oder anderen Zwischenfall mit einem gewissen Herren in Gelb, der sich verplappert hat.

spa: Das ist ein gutes Stichwort! Wie genau läuft das eigentlich zwischen den drei Teamleitern ab? Stehen Sie in Konkurrenz zueinander? Gehen Sie nach einem harten Arbeitstag auch mal gemeinsam einen trinken? Oder verbindet Sie gar eine tiefe Feindschaft?

Candela: „Feindschaft“ ist definitiv das falsche Wort. Selbstverständlich sind wir Konkurrenten. Jeder von uns kämpft darum, das dominantere Team zu leiten. Aber nicht um jeden Preis. Was leider nicht immer auf unsere Spieler übertragen werden kann.

spa: Wie meinen Sie das?

Candela: Ach, als hätten Sie von den Sticheleien unter den Teams nichts mitbekommen. Einmal wurde mir erzählt, dass ein Spieler von Team Weisheit einer Spielerin von Team Wagemut erzählt hätte, alle Spielerinnen und Spieler von Team Intuition seien extrem unfreundlich. Dinge dieser Art hören wir alle äußerst ungern. Das ist Kindergartengerede und hat in einem Spiel wie „Pokémon Go“ nichts verloren. Obwohl untereinander gekämpft wird, geht es vor allem darum, gemeinsam Spaß zu haben. Konkurrenz belebt das Geschäft. Kleinkriege dagegen zerstören es.

spa: Ein schönes Schlusswort.

Candela: Vielleicht für einen Dialog über Weltfrieden.

spa: War das hier für Sie ein solcher Dialog?

Candela: Nein.

spa: Sondern?

Candela: Auf Wiedersehen.

spa: Moment! Ich hatte noch Humor vorbereitet!

Candela: Lassen Sie mich raten: Es ging darum, wie übel es ist, dass weggeschickte Pokémon in Bonbons umgewandelt werden?

spa: Ähm… nein?

Candela: Oder wie Tierunlieb es doch ist, tausende und millionen milliarden Tiere zu fangen?

spa: Ich…

Candela: Und was passiert eigentlich in Pokébällen? Werden die Tiere da unter Drogen gesetzt? Und man trainiert sie für Kämpfe? Wie brutal! Wie übel!

spa: Also…

Candela: Ich kann das wirklich nicht mehr hören. Diese ekelhafte Form von plumpem Humor. Oh, wir nehmen Elemente eines Spiels und übertragen sie auf die echte Welt und dann stellen wir die interessanten Fragen und alles wird total düster und Mario isst Pilze und reist durch Röhren ins Pilzkönigreich. Haha.

spa: Sie irren sich!

Candela: Ach ja?

spa: Ja. Eigentlich wollte ich Ihnen einen Bratschenwitz aus meinem Bratschenwitzebuch vorlesen.

Candela: Oh. Entschuldigen Sie. Dann mal los.

spa: Warum heißt die Bratsche überhaupt Bratsche?

Candela: …

spa: Weil: wenn man drauftritt, macht es „bratsch“.

Candela: …

spa: Vielen Dank für Ihre Zeit.

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