Hüpf Burgen Stadt Land – #3

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Als ich eines Tages durch Friedberg stiefelte, stieß ich auf genau die Plakate, die mich immer wieder aufs Neue glücklich machen. Sehe ich irgendwo das Wort „Hüpfburgenland“ oder eine der vielen vergleichbaren Variationen bei der Namensgebung, bin ich ich sofort Feuer und Flamme und sehe genauer hin.

Diesmal stieß ich auf das Hüpfburgenland „JUMPOLINO“ und ich muss sagen, dass ich es für nachvollziehbar halte, für einen solchen Ort ein Känguru als Maskottchen zu wählen, auch wenn ich heute noch jedes Mal überlegen muss, wie man dieses vermaledeite Tier nun schreibt. Meistens sage ich mir dann „Ein Känguru kommt nicht zur Ruh“ und hoffe, mir so endlich mal eine Eselsbrücke für die Schreibweise aufbauen zu können, jedoch scheitert dieser Versuch immer genau dann, wenn ich bemerke, dass es hier ja gar nicht um Esel sondern Kängurus geht.

Grundsätzlich gibt es an diesem Plakat nicht viel zu meckern. Wobei, na gut, eigentlich schon. Die Aussage des Kängurus „AQUA-SPIELE BEI HEISSEM WETTER!!“ ist noch in Ordnung, das

KINDER
QUAD
BAHN

liest sich dagegen auf den ersten Blick wie eine Auflistung von Dingen, auf die man auf dem Gelände des Hüpfburgenlandes stoßen kann. Kinder? Klar. Quad? OK, vermutlich die Fahrzeuge. Aber Bahn? Verläuft das Gelände über ein paar Bahngleise? Oder findet das Ganze auf einem fahrenden Zug statt? Letzteres würde erklären, was unter „rollender Outdoorpark“ zu verstehen ist. Rollt der Park umher? Wurden unter allen Fahr- und Hüpfgeschäften Rollen angebracht und man muss beim Herumspazieren aufpassen, dass man nicht von Hüpfburgen überrollt wird? Während das Kind auf der Hüpfburg hopst, wird der Opa von ebendieser plattgewalzt? Hoffentlich geschieht dies an einem Dienstag, denn da ist Opatag.

Wie es sich gehört, findet man in der Gegend um ein Hüpfburgenplakat herum weitere Plakate. Und wie es sich ebenfalls gehört, liefern diese Plakate keine Antworten auf unsere Fragen:

Die gleichen Bilder, die gleichen Sprüche. Das „UNS KANN MAN AUCH MIETEN!“ nimmt einen zentraleren Platz ein, aber hey, dafür ist ja auch der rote Rahmen dicker. Was das eine mit dem anderen zu tun hat? Keine Ahnung. Ich habe kein Design studiert.

Dafür werfe ich die Frage in den Raum, was genau das Facebook Info-Telefon ist. Immer trifft man auf das Facebook-Logo gefolgt von einer (von mir zensierten) Telefonnummer. Kann man bei Facebook anrufen? Kann man dort Telefonnummern sichern? Ist das überhaupt wichtig? Nein, natürlich nicht. Aber es ist mir aufgefallen.

Und eigentlich war ich in diesem Moment relativ glücklich. Keine abartigen Fehler, nur ein paar Lappalien. Aber dann wurde ich leider doch noch von einem fiesen Fehler überrascht:

Fangen wir oben an: Warum man nach „GROSSE AQUA SPIELE“ auch noch „WASSERSPIELE“ erwähnen muss, weiß ich nicht, schließlich sind das doch irgendwie die gleichen Dinge. Warum man „AQUA SPIELE“ getrennt, „WASSERSPIELE“ jedoch zusammenschreiben muss? Immer wieder merke ich, dass ich keine Antworten auf die großen Fragen des Lebens habe. Gleichzeitig erinnere ich daran, dass das Känguru „AQUA-SPIELE“ sagt, also einen Trennstrich verwendet. Der Übergang von AQUA SPIELE über AQUA-SPIELE zu WASSERSPIELE ist aber zum Glück fließend. Außerdem wird man vom weiß-roten „Packt die Badehosen ein!“ abgelenkt, bevor man sich über all das zu viele Gedanken machen kann.

Was man dagegen nicht machen kann, ist das Wort „Rießenwasserrutsche“. Die armen Riesen. Schade. FAST hätte es funktioniert. Fast hätte ich die Veranstaltenden gelobt. Haarscharf an der Bestnote „so-gut-wie-fehlerfrei“ vorbeigeschlittert. Oder vorbeigehüpft. Wegen dem Känguru.

Jetzt gebe ich aber wirklich ruh.

Ich rufe nur noch schnell beim Facebook-Info-Telefon an. Ich will mich im Namen aller Riesen beschweren.

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