Interview mit Rabbid Peach aus „Mario + Rabbids Kingdom Battle“

spa: Herzlich Willkommen zu DIALOGOPTION. Heute unterhalte ich mich mit Rabbid Peach, einer Protagonistin aus „Mario + Rabbids: Kingdom Battle“. In diesem Spiel begeben sich Mario und seine Freunde mit ein paar Rabbids auf ein großes Abenteuer. Sie möchten das Pilzkönigreich vor Chaos bewahren und greifen dafür auf Rundenkämpfe, Waffen und allerlei Fähigkeiten zurück. Guten Tag, Rabbid Peach.

Rabbid Peach: Guten Tag.

spa: Die meisten meiner Leserinnen und Leser werden vermutlich jetzt schon überrascht sein, weil Sie mir in einem vollständigen Satz geantwortet und nicht einfach nur rumgeschrien haben.

Rabbid Peach: Dann haben Sie es mit Menschen zu tun, die zwischen Realität und Videospiel nicht unterscheiden können.

spa: Das müssen Sie erklären.

Rabbid Peach: Also bitte. Ich spiele doch lediglich eine Rolle. Hat Arnold Schwarzenegger schon einmal auf Außerirdische geschossen? Kann Angelina Jolie um die Ecke schießen?

spa: Ich muss zugeben, dass ich Ihnen die Antworten auf diese Fragen nicht geben kann. Aber ich könnte selbstverständlich kurz im Internet nachschauen.

Rabbid Peach: Dies wird nicht nötig sein. Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass man zwischen der Schauspielerin und ihrer Rolle unterscheiden sollte. Selbstverständlich kann ich mich vortrefflich ausdrücken. Das können alle meine Kolleginnen und Kollegen, die für „Mario + Rabbids“ in die Rollen der Rabbids geschlüpft sind.

spa: War das Ihre erste Rolle?

Rabbid Peach: Nein. Ich habe schon im ersten Spiel mit den Rabbids eine Rolle gespielt. Selbstverständlich nicht im Rabbid Peach Kostüm. Aber wer genau hinsieht, kann mich in „Rayman Raving Rabbids“ in dem einen oder anderen Minispiel sehen.

spa: Können Sie ein paar Beispiele nennen, damit man Sie auch wirklich finden kann?

Rabbid Peach: Wie meinen Sie das?

spa: Naja. Für mich sehen alle Rabbids gleich aus.

Rabbid Peach: Wow.

spa: Was?

Rabbid Peach: Wow.

spa: Oh… Ich wollte nicht…

Rabbid Peach: Wow.

spa: Man kann hier schon von einem Aufstieg sprechen, oder? Vom Rabbid in Minispiel X hinten rechts zu Rabbid Peach ist ein großer Sprung auf der Karriereleiter.

Rabbid Peach: Zunächst möchte ich davon abraten, auf Leitern jedweder Art herumzuspringen. Als Wrestler kann man das vielleicht hin und wieder machen, aber selbst in dieser Branche geschieht dies in der Regel lediglich, um am Ende möglichst spektakulär abzustürzen. Grundsätzlich haben Sie aber natürlich Recht. Ich gehöre zu einem der vier verkleideten Hauptrabbids im Spiel. Eine solche Rolle und auch Möglichkeit bekommt man nicht alle Tage.

spa: Zumal man im Spiel gleich zu Beginn auf Sie trifft und mit Ihnen spielen kann.

Rabbid Peach: Das ist korrekt.

spa: Wann haben Sie erfahren, dass Sie in einem Mario-Spiel vorkommen werden?

Rabbid Peach: Sehr früh. Aber selbstverständlich mussten wir alle einen Vertrag unterzeichnen, in dem uns allerlei Unannehmlichkeiten angedroht wurden, sollten wir jemals jemandem davon erzählen.

spa: Waren Sie überrascht, als Sie erfuhren, dass man Mario eine Waffe in die Hand drückte?

Rabbid Peach: Jetzt fangen Sie nicht auch noch mit diesem Blödsinn an.

spa: War das für Sie kein Problem?

Rabbid Peach: Also bitte. Der Kerl rennt seit unzähligen Jahren durch die Gegend und springt seinen Gegnern auf den Kopf. Er bricht Ihnen das Genick. Er zermatscht sie. Er reißt ihnen die Panzer vom Körper. Er friert sie ein und lässt sie anschließend zersplittern. Er wirft sie Schluchten hinunter, oder sogar in Lava. Er sprengt sie mit Bomben in die Luft. Er wirft sogar mit verdammten Feuerbällen nach seinen Gegnern. Und dann gibt man ihm eine Waffe in die Hand und plötzlich flippen alle aus? „Uuuuh. Mario hat jetzt eine Knarre! Was ist nur aus unserer Gesellschaft geworden?“ Das Ding tötet niemanden, sondern befreit die Rabbids von ihrer Besessenheit. Es wird niemand umgebracht. Mario erlöst! Im Grunde haben wir es hier mit so wenig aggressiven Handlungen zu tun wie in keinem anderen Mario-Titel. „Mario´s Picross“ vielleicht ausgenommen.

spa: Und „Dr. Mario“. Da erforscht er Heilmittel.

Rabbid Peach: Indem er Bakterien zerplatzen lässt. Wieder kommen Lebewesen zu Schaden.

spa: Sind Sie ein friedliebender Hase?

Rabbid Peach: Ich bin kein Hase sondern ein Rabbid.

spa: Wo ist der Unterschied?

Rabbid Peach: Wow.

spa: Aber…

Rabbid Peach: Wow.

spa: Ich…

Rabbid Peach: Haben Sie schon einmal einen Hasen gesehen?

spa: Ja.

Rabbid Peach: Gehen diese Lebewesen auf zwei Beinen, haben Hände, sind über einen Meter groß, haben riesige Münder und schreien laut durch die Gegend, während sie Chaos verbreiten?

spa: Nein.

Rabbid Peach: Und genau darum würde ich Sie darum bitten, mich und selbstverständlich auch alle anderen Rabbids nicht mit Hasen zu vergleichen.

spa: Es gibt aber schon ein paar Ähnlichkeiten.

Rabbid Peach: Sie Gorilla.

spa: Wow.

Rabbid Peach: Sehen Sie?

spa: Zurück zum Thema: Welche Rolle übernehmen Sie im Spiel?

Rabbid Peach: Ich bin Rabbid Peach, eine Heilerin. Ich kann meine Teamkameradinnen und -kameraden in Reichweite heilen und mich selbst mit einem Schild vor Angreifern schützen.

spa: Heiler sind in Videospielen dieser Art immer gern gesehen.

Rabbid Peach: Neben Peach bin ich die einzige Person, die heilen kann.

spa: Sie stehen also nicht nur kleidertechnisch in Konkurrenz zu Peach?

Rabbid Peach: So kann man es natürlich auch formulieren. Oberflächlich betrachtet sind wir beide Heilerinnen. Ob man uns beide im Team haben muss, ist jedoch fraglich. Im Detail funktionieren wir sehr unterschiedlich. Meine Heilaura heilt alle im Umkreis, dies aber nur alle paar Runden, Peach dagegen kann jede Runde heilen, muss dafür jedoch einen Teamsprung ausführen, der eine geringere Reichweite hat und bedeutend weniger Lebenspunkte wiederherstellt. Interessanter wird es, wenn man sich unsere anderen Fähigkeiten ansieht. Durch meinen Schild überlebe ich länger. Peach dagegen kann Gegner während ihrer Züge unterbrechen und angreifen. Sie ist dadurch deutlich offensiver und muss sich auf dem Schlachtfeld mehr bewegen. Auch ihre Primärwaffe zwingt sie dazu, mehr über ihre Positionierung nachzudenken.

spa: Können Sie das noch weiter erklären?

Rabbid Peach: Gerne. Peach schießt mit einer Art Schrotflinte, die einen hohen Streuungsradius hat. Bei einem Schuss trifft sie alles und jeden in diesem Radius. Egal ob Freund oder Feind. Springt sie in ihrer Runde beispielsweise hinter mich, um mich zu heilen, und aktiviert anschließend ihre Unterbrechungsaktion, kann es passieren, dass sie mich mir nichts dir nichts über den Haufen schießt, wenn sich vor uns jemand bewegt. Auch Deckungen kann sie auf diese Art und Weise problemlos zerbröseln. Darum sehe ich mich wie bereits angesprochen eher als Heilerin, die aus dem Hintergrund agiert, während Peach vorne stehen sollte, um Kollateralschäden zu vermeiden. Sie kann häufiger heilen, ist dabei aber nicht so effektiv und muss sich zudem oft etwas abseits der Gruppe aufhalten. Meine Primärwaffe gleicht wiederum der Marios. Ich visiere einen einzigen Gegner an und füge diesem bei einem Treffer Schaden zu. Fertig.

spa: Sie haben Primärwaffen erwähnt. Es gibt also auch Sekundärwaffen?

Rabbid Peach: Ja. Ich verfüge über ein ferngesteuertes Auto, das ich auf Gegner zufahren lassen kann. Erreicht es besagten Gegner oder stellt sich ein anderer Gegner in die Reichweite des Fahrzeugs, explodiert es. So kann ich Gegner am anderen Ende der Karte attackieren. Das Auto mag ein paar Runden benötigen, um sein Ziel zu erreichen, trotzdem kann man mit diesem Ding viel Schaden anrichten. Peach dagegen hat Gummienten, die sie auf ihre Gegner wirft.

spa: Gummienten? Das steht jetzt aber nicht gerade in Relation, oder?

Rabbid Peach: Explodierende Gummienten.

spa: Oh. Verstehe.

Rabbid Peach: Außerdem können sie über Hindernisse geworfen werden und somit auch gut verschanzte Gegner erreichen.

spa: Praktisch.

Rabbid Peach: Allerdings. Peach und ich spielen sich schon sehr unterschiedlich. Aber das trifft eigentlich auf alle Charaktere zu. Luigi ist ein Scharfschütze, Mario kann mit seinem Hammer im Nahkampf agieren, Mario Rabbid kann Gegner zu sich ziehen und so weiter.

spa: Mir ist auch aufgefallen, dass „Mario + Rabbids“ sehr abwechslungsreich ist und die Spielerinnen und Spieler zudem dazu einlädt, mit Teamkonstellationen zu spielen.

Rabbid Peach: So ist es.

spa: Ich finde es lediglich etwas schade, dass Mario immer dabei sein muss.

Rabbid Peach: Das ist eine der zwei Vorgaben, die man vom Spiel bekommt. Mario ist immer der Anführer und es müssen immer mindestens ein Rabbid und ein Mariocharakter anwesend sein. Die Gruppierung Mario, Luigi und Yoshi funktioniert also beispielsweise nicht.

spa: Von den beiden Vorgaben halte ich letztere für weniger schlimm. Aber ich muss zugeben, dass ich Mario als Charakter gar nicht so interessant finde. Klar, sein Hammer macht viel Schaden, doch agiere ich lieber aus dem Hintergrund.

Rabbid Peach: Sie klingen wie ein Luigi-Typ.

spa: So ist es. Luigi gehört für mich in jede Gruppe. Seine hohe Reichweite, der hohe Schaden und seine Fähigkeiten haben mir am meisten Spaß gemacht. Dass er sich selbst und andere Charaktere mit Hilfe einer Aura weiter als normal laufen lassen kann, macht das sowieso schon unglaublich flexible Spiel noch flexibler.

Rabbid Peach: Was meinen Sie mit flexibel?

spa: Ich beziehe mich damit auf die Möglichkeiten, sich auf dem Schlachtfeld zu bewegen. Ich bezeichne „Mario + Rabbids: Kingdom Battle“ gerne als rundenbasiertes Jump`N´Run.

Rabbid Peach: Platformer.

spa: Bitte?

Rabbid Peach: Bezeichnet man diese Spiele international mittlerweile nicht eher als Platformer?

spa: Was interessiert es mich, was man international irgendwie bezeichnet? Und sagen Sie jetzt bloß nicht wieder „Wow.“.

Rabbid Peach: Ich wollte Sie nicht kränken.

spa: Das haben Sie auch nicht.

Rabbid Peach: Gut.

spa: Gut.

Rabbid Peach: Weiter?

spa: Wo war ich denn?

Rabbid Peach: Rundenbasiertes Jump`N´Run.

spa: Ach ja, genau. Also: In „Mario + Rabbids“ geht es meiner Meinung nach vor allem darum, sich auf dem Schlachtfeld zu bewegen, indem man herumläuft, von Teamkameradinnen und -kameraden abspringt, Röhren benutzt und was weiß ich nicht noch alles. Manchmal sitze ich ein paar Minuten herum und überlege, wen ich wo und wie positioniere. Erst nutze ich Luigis bereits beschriebene Spezialfähigkeit, dadurch kann Mario weiter vorstürmen, Rabbid Peach vorkatapultieren und anschließend kann Luigi auf beide springen und abgelegene Gefilde erreichen, um von dort aus seine Gegner unter Beschuss zu nehmen. Es macht sehr viel Spaß, das Bewegungspotenzial der einzelnen Figuren zu nutzen.

Rabbid Peach: Und Sie sollten nicht die Gegner vergessen. Nach einiger Zeit können die sich nämlich genauso schnell über das Spielfeld bewegen wie Sie.

spa: Ist das eigentlich anstrengend? All das Herumgerenne kostet bestimmt ganz schön viel Energie, oder?

Rabbid Peach: Dafür wurden wir ausgebildet. Außerdem werden die Kämpfe ja nicht am Stück gedreht. Als Spielerin oder Spieler bekommt man selbstverständlich nicht mit, wenn eine Pause eingelegt wird. Manche Kämpfe wurden über mehrere Tage gedreht. Am Ende wird das alles im Schneideraum so bearbeitet, dass es nicht auffällt.

spa: Und das ist Ihnen gelungen.

Rabbid Peach: Danke. Haben Sie sonst noch Fragen an mich?

spa: Müssen Sie los?

Rabbid Peach: Naja. Ich bin von Adel. Ich habe stets zu tun.

spa: Sie sind von Adel? Ich dachte, Sie hätten sich lediglich als Peach verkleidet.

Rabbid Peach: Nur weil ich mich als Peach verkleide, heißt das ja nicht, dass ich nicht auch von Adel sein kann. Mario Rabbid arbeitet wie Mario nebenbei als Klempner. Was halten Sie von diesem Zufall?

spa: Haben Sie nicht mitbekommen, dass Mario mittlerweile kein Klempner mehr ist?

Rabbid Peach: Wer sagt das?

spa: Nintendo. Und die müssen es wissen.

Rabbid Peach: Na, wenn Sie meinen.

spa: Ist Mario Rabbid wirklich ein Klempner?

Rabbid Peach: Nein. Eigentlich ist er Holzfäller. Darum kann er auch so gut musizieren.

spa: Könnten Sie zum Abschluss einmal den bekannten und beliebten Rabbid-Schrei von sich geben?

Rabbid Peach: Wissen Sie eigentlich, wie viel ein Entwicklerstudio für diesen Schrei bezahlen muss? Da stelle ich mich doch nicht einfach so hier hin und gebe den umsonst von mir. Das würde den Wert meiner Haupteinnahmequelle mindern.

spa: Denken Sie denn nur ans Geld und nicht an Ihre Fans?

Rabbid Peach: Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun. Ich kann an beide denken, ohne dabei mein Gehalt zu senken.

spa: Dann ist es jetzt wohl an der Zeit, auf die allseits beliebte Tradition dieser Internetseite zurückzugreifen.

Rabbid Peach: Kommen Sie mir bitte nicht mit einem Bratschenwitz. Diese Tradition wirkt gewollt und ist nicht lustig.

spa: Wie der berühmte Rabbid-Schrei.

Rabbid Peach: Wow.

spa: Ein Bratscher mit seinem Bogen in der Hand, wie kann man das bezeichnen?

Rabbid Peach: Wow.

spa: Dreck am Stecken.

Rabbid Peach: Erzählen Sie diese Witze eigentlich auch im Freundeskreis?

spa: Nein, ich hebe sie mir für besondere Anlässe auf.

Rabbid Peach: Dann weiß ich jetzt, dass ich Sie niemals zu besonderen Anlässen in meinem Leben einladen werde.

spa: Das ist aber schade. Ich hatte auf ein voluminöses Bankett im Kreis des Videospieladels gehofft.

Rabbid Peach: Daraus wird leider nichts.

spa: Ich hätte noch eine Frage, die nur von jemandem von Adel beantwortet werden kann.

Rabbid Peach: Und die wäre?

spa: Ist Simba aus „König der Löwen“ jetzt eigentlich der König der Löwen oder der König der Tiere?

Rabbid Peach: Wenn der Löwe der König der Tiere ist, ist der König der Löwen nicht automatisch auch der König der Tiere?

spa: Er könnte ja als König der Löwen das Amt des Königs der Tiere an jemand anderen abgetreten haben.

Rabbid Peach: Trotzdem wäre er als der Vorgesetzte des Königs der Tiere in gewisser Weise auch selbst König der Tiere. Sie haben aber eine wichtige Sache übersehen: Löwen sind Tiere. Somit wäre der König der Tiere automatisch auch der König der Löwen. Der König der geraden Zahlen ist auch der König der Zwei. Oder wollen Sie behaupten, der König der Zwei regiert den König der geraden Zahlen?

spa: Ist Simba also der König der Löwen und gar nicht der König der Tiere? Wer ist es dann?

Rabbid Peach: Ich kann ihn gerne mal darauf ansprechen, schließlich treffen wir uns in ein paar Tagen zum alljährlichen Festschmaus am Königsfelsen.

spa: Darf ich mitkommen?

Rabbid Peach: Nein. Simba mag keine Bratschenwitze.

spa: Können Sie ihn vielleicht für mich fragen, warum der zweite Level im „König der Löwen“-Spiel für das SNES so blöd ist?

Rabbid Peach: Nein. Ich bin nicht ihre Laufburschin. Laden Sie ihn doch ein und fragen Sie ihn selbst.

spa: Vielleicht werde ich das tatsächlich irgendwann machen. Vielen Dank für die Anregung. Auf Wiedersehen.

Rabbid Peach: Auf Wiedersehen.

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