Fantasy Filmfest 2007 – Tag 6

Der 6te Tag ist beendet. Heute ist es passiert. Ich bin ohne Dauerkarte losgegangen. Ein Zeichen, dass das Festival schon lange läuft. Zum Glück ist es mir noch vor der U-Bahn eingefallen und ich konnte die Karte noch schnell abholen. Glück gehabt. Auf zu den Filmen:

Film 22 – Fido

Fantasy Filmfest 2007 - Black Sheep

Ohne Vorwarnung brach eine schreckliche Seuche unter den Menschen aus. Die Toten haben sich in Zombies verwandelt und wahllos Menschen angegriffen. Es gab die sogenannten Zombie Kriege. Die Menschheit schaffte es, sich in sichere Gebiete zurückzuziehen und den Wissenschaftlern gelang es sogar, die Zombies zu kontrollieren. Technisch hoch entwickelte Halsbänder sorgen dafür, dass die Zombies nicht mehr von Menschenfleisch angezogen werden. Somit kann man sie jetzt wie Haustiere halten und ihnen beibringen, im Haushalt zu helfen.

Fido ist eine Zombiekomödie und ich kann gleich sagen, dass er mir besser gefallen hat, als Shawn of the dead (zu dem ich jetzt aber nichts schreiben möchte). Er hat einen sehr schönen Stil und hält diesen auch konsequent bis zum Ende durch. Das Leben des Zombies Fido in seiner neuen Familie wurde sehr liebevoll gestaltet und es gibt vor allem sehr oft etwas zu lachen.

Die Optik des Films ist sehr farbenfroh. Er spielt in den 50ern (also nicht den echten, denn ich glaube nicht, in den Geschichtsbüchern etwas über die Zombiekriege gelesen zu haben) und der Film spielt herrlich mit dem Klischee der intakten und immer breit grinsenden Familie, für die nichts wichtiger ist als das, was die anderen Familien über sie denken.

Durch diese Optik hat der Film einen ganz besonderen Charme, der durch den gut platzierten Humor noch verstärkt wird. Zwischendurch gibt es dann immer noch ein paar blutige Einlagen, nämlich immer dann, wenn mal ein Halsband eines Zombies versagt. Doch insgesamt geht es eher um die witzige Geschichte um Fido und „seine Familie“.

Ich habe viel Gelacht und geschmunzelt. Eine schöne Komödie, die zwar auch ein paar kleinere Hänger zu verzeichnen hat, aber trotzdem gut zu unterhalten weiß.

Film 23 – The Dark Hour

Fantasy Filmfest 2007 - Black Sheep

Die Menschen wurden von einer Seuche befallen und alle so infizierten haben sich in Zombies verwandelt, die sogenannten „Strangers“. Alle, die mit ihnen in Berührung kommen, werden ebenfalls infiziert. Um sich vor den Strangers zu schützen haben sich die restlichen Überlebenden in eine Bunkeranlage zurückgezogen. Doch nicht nur die Zombies machen ihnen zu schaffen. Jede Nacht durchstreifen merkwürdige Eiswesen die Anlage um jeden zu töten, der ihnen in die Quere kommt. Da die Lebensmittel knapp werden müssen sich die Menschen aber schon bald aus der sicheren Anlage freikämpfen.

The dark hour ist an den meisten Stellen ein eher ruhiger Film. Es wird sich anfangs viel Zeit gelassen, die verschiedenen Charaktere vorzustellen (die ich leider auch nach vielen Minuten durch ihr sehr ähnliches Äußere nicht unterscheiden konnte). Doch später wird der Film dann temporeicher und gewinnt an Action. Diese Dosis hat mir gefallen, da das Verhältnis zwischen Ruhe und Unruhe gestimmt hat.

Was mich an dem Film ebenfalls beeindruckt hatte, war die letzte Minute. Ich hatte nicht wirklich mit einem solchen Ende gerechnet. Eine grandiose letzte Einstellung muss ich sagen, wodurch ich den Film auch noch länger in Erinnerung behalten werde. Leider blieb der Zuschauer aber auch über ein paar (meiner Meinung nach wichtigen) Fakten im Unklaren. Diese kann ich hier jetzt leider nicht nennen, denn dann würde ich das Ende verraten. Egal. Schade drum.

Insgesamt war der Film auf gar keinen Fall schlecht aber auch nicht zu gut. Ich würde ihn knapp überdurchschnittlich bewerten, denn vor allem durch das Ende ergaben sich viele interessante Zusammenhänge im Film und ich würde ihn mir wohl doch noch einmal ansehen. Leider fand ich die Action Szenen ein wenig uninteressant inszeniert. Es war zwar spannend, aber durch die sehr dunkle Umgebung konnte man leider nicht viele Details erkennen. Schade drum. Ansehen kann man sich den Film aber auf jeden Fall einmal.

Film 24 – Premonition

Fantasy Filmfest 2007 - Black Sheep

Linda hat zwei Kinder, einen lieben Ehemann und ein tolles Haus. Ein perfektes Leben, kann man sagen. Doch dann plötzlich bekommt sie die schlimmste Nachricht, die sie bekommen konnte: Ihr Mann ist bei einem schweren Autounfall ums Leben gekommen. Eine Welt bricht für Lisa zusammen. Doch am nächsten Morgen wacht sie auf und alles ist beim alten. Ihr Mann steht am Frühstückstisch als sei nichts gewesen. Wie sich herausstellt, kann Lisa die Tage vor und nach dem Unfall in keiner chronologischen Reihenfolge noch einmal erleben und Dinge verändern. Kann sie es mit dieser Fähigkeit schaffen, ihren Mann zu retten?

Bevor ich zu meinem großen Problem zwischen mir und diesem Film komme, erst ein mal die Grundsachen: Der Film ist recht spannend inszeniert und kann seine Zuschauer fesseln. Darsteller, Optik, Ton und alles andere passte, wie aber auch nicht anders zu erwarten. Somit wird einem hier hochwertige Filmkost geboten.

Jetzt aber zu meinem Problem: Die Geschichte. Anfangs wirkt sie auf einen recht verwirrend, da man Lisas „Gabe“ erst einmal verstehen muss. Wenn man das aber geschafft hat ist der Film (zumindest für mich) furchtbar vorhersehbar gewesen. Sehr vieles wurde bereits angedeutet und man wusste somit in den späteren Szenen bereits, was passieren würde. Auch wusste ich bereits nach der ersten Hälfte, wie der Film höchst wahrscheinlich enden würde. Zu viele Anhaltspunkte wurden einem gegeben.

Somit kann der Film nicht an z.B. Butterfly Effect heranreichen, welcher ja eine recht ähnliche Geschichte zu bieten hat, diese aber bei weitem besser umgesetzt hat. Ein paar Stellen des Films habe ich auch als nicht logisch empfunden. Ich weiß nicht genau, aber vielleicht darf man bei diesem Film nicht zu viel nachdenken. Trotzdem haben mich ein paar Stellen wirklich gestört. Bei Butterfly Effect oder auch Memento hat alles irgendwie Sinn ergeben (wenn man sich auf die Thematik eingelassen hat). Hier war das leider nicht der Fall.

Somit bleibt ein recht interessanter Film übrig, bei dem mal vermutlich nicht zu viel nachdenken sollte am Ende. Auch wenn ich das gerade bei Filmen dieser Art so gerne mache. Schade drum. Hier hätte man viel mehr rausholen können.

Film 25 – Bug

Fantasy Filmfest 2007 - Black Sheep

In einem kleinen Motel treffen sich zwei Menschen und kommen sich näher. Leider hat einer von ihnen zwanghaft die Vorstellung, von Käfern verfolgt zu werden und dass das gesamte Zimmer voll mit ihnen ist. Und so schafft er es auch, seine neue Gefährtin auf seine Seite zu ziehen und schon bald artet ihre Angst vor den imaginären Käfern immer wieder aus.

Es fällt mir wahnsinnig schwer, diesen Film zu bewerten. Komme ich erst einmal zur Inszenierung, denn das war der eigentliche Schwachpunkt des Films. Es ist ein wenig zu ruhig und langatmig. Ich habe nichts dagegen, wenn sich für die Entwicklung von Charakteren Zeit genommen wird. Vor allem nicht, wenn es sich um zwei so unterschiedliche Personen handelt wie bei Bug. Aber irgendwie hatte ich manchmal wirklich den Drang, laut „Ist gut, wir haben verstanden, bitte weiter machen mit dem Film!“ zu rufen. Insgesamt hätte man den Film locker in der Hälfte der Zeit umsetzen können, ohne groß etwas zu verlieren. Und dann hätte er mir richtig gut gefallen.

Denn die Stärke des Films ist die Hauptgeschichte, die er erzählt. Zwei Menschen, die sich immer weiter gegenseitig in ihre Paranoia hereinsteigern und immer größere und abgedrehtere Verschwörungstheorien erfinden habe ich in noch keinem Film so überspitzt dargestellt gesehen, wie hier. Ich muss den Darstellern wirklich Respekt zollen für die Leistung, die sie da gebracht haben, denn sie spielen ihre Rollen perfekt.

Wenn die zwei sich gegen Ende des Films immer weiter hochschaukeln war grandios und ich habe mir köstlich amüsiert. Der gesamte Schluss war klasse. Aber leider ist da immer noch der recht lahme Anfangs- und Mittelteil. Schade eigentlich. Eine etwas schnellere Inszenierung hätte dem Film alles andere als geschadet.

Freunde von Verschwörungen und durchgeknallten Menschen sollten sich den Film wirklich einmal ansehen und ihm eine Chance geben. Man sollte sich aber auch Zeit dafür nehmen, denn das macht der Film auf sich bezogen ebenfalls.

Film 26 – Stuck

Fantasy Filmfest 2007 - Black Sheep

Unter Drogen- und Alkoholeinflüss fährt eine junge Altenpflegerin einen Obdachlosen an. Leider trifft sie ihn so unglücklich, dass er in ihrer Windschutzscheibe stecken bleibt. Und nicht nur das: Er lebt auch noch. Doch aus Angst vor den Konsequenzen fährt sie mit dem Mann nicht gleich zum nächsten Krankenhaus sondern erst einmal in ihre Garage. Dort überlegt sie nun, wie sie den Mann loswerden kann, der eigentlich nichts anderes möchte, als zu einem Arzt gebracht zu werden.

Welch genial lustiger Abschluss für den heutigen Abend. Stuck an eine sehr simple aber toll umgesetzte Geschichte. Der arme in der Scheibe hängende Mann kann einem nur leid tun und die Handlungen der Pflegerin sind ebenfalls irgendwie nachvollziehbar (zumindest ein wenig).

Aufgelockert wird die eigentlich recht ernste Hintergrundgeschichte durch viele kleine Späße, die manchmal aber auch eher auf eine kranke Art komisch sind (hihihi, dem steckt ein Scheibenwischer in der Seite). Durch diese Art der Umsetzung kommt Stuck eher als lustiger Partiefilm rüber, was er aber auch sein möchte. Das sieht man auch an den sehr übertrieben dargestellten Charakteren (vor allem die Pflegerin und ihr „Freund“ sind herrlich abgedreht).

Somit ist Stuck tolle Unterhaltung. Es geht sehr blutig zur Sache (nicht nur, was den Unfall betrifft) und dürfte schwache Gemüter auch des öfteren zum Wegschauen anregen. Der Humor kommt nicht zu Kurz und der Film hat keinerlei nennenswerte Längen. Kurzweiliger Kinospaß. Also genau das, was ich am Ende eines Festivaltages sehen möchte.

Wieder ein interessanter Tag, wenn auch diesmal durch zwei Zombiefilme zu Beginn nicht ganz so abwechslungsreich. Stuck hat mir extrem gut gefallen und bei Bug bin ich mir noch immer nicht so sicher, ob er jetzt grandios war oder nicht. Das gehört aber auch zum Festival. Es gibt Filme, die man erst einmal auf sich einwirken lassen.

Viel mehr habe ich zum heutigen Tag nicht zu sagen. Er ging extrem schnell rum (was ein gutes Zeichen ist) und leider ist es das schon bald wieder gewesen mit dem Festival. Bei den extrem heißen Temperaturen (habe ich heute beim Wasserkastenschleppen feststellen müssen) sind die wohl temperierten Kinosäle wirklich ein schöner Ort. Nach dem Festival, wenn das Wetter so bleibt, muss ich unbedingt mal wieder öfter ins Kino.

Bis morgen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.