Bobos Filmbox – 2016-02 – Oben Edition – #2 – Cliffhanger

Bobos Filmbox - 2016-02 - Oben Edition - #2 - Cliffhanger

/// spa

Beim „Fantasy Filmfest“ heißt es immer, dass der Eröffnungsfilm total viel über das Festivalprogramm aussagt. Manchmal stimmt das, manchmal ist es aber auch nur eine hohle Floskel. Was auch immer es ist, ich wollte es auf den ersten Film aus der aktuellen Filmbox übertragen. Und das bedeutete, dass dieser Monat nicht unter dem Motto „Oben“ steht, sondern unter „Der Berg ruft“.

Bobos Filmbox - 2016-02 - Oben Edition - #2 - Cliffhanger

Es gibt zwar noch ein paar weitere Filme in der Box, die mit Bergen zu tun haben („San Andreas“ zum Beispiel (hahaha)), doch irgendwie ist das mit den Verallgemeinerungen nach einem einzigen Film bei Bobos Filmbox genauso blödsinnig wie die Sache mit dem Eröffnungsfilm beim Festival. Darum lasst uns das Ganze einfach schnell wieder vergessen. Mit irgendwas muss man einen Text ja einleiten.

„Cliffhanger“ hat mich damals, als ich ihn als kleines Kind zum ersten Mal sah, auch in etwas eingeleitet. Nämlich in Filme, in denen der muskulöse Protagonist nicht unfehlbar ist. Für mich gehörte es damals zum guten Ton, dass ein Muskelmann in der Eröffnungsszene dem Publikum zeigen darf, was er kann. Eine schier unüberwindbare Situation. Menschen sind in Gefahr. Der Held schreitet zur Tat. Er rettet den Tag. Tja. Nicht so bei „Cliffhanger“. Hier ist unser Protagonist erfolglos. Ihm gelingt die Rettungsaktion nicht.

Als Kind wusste ich nicht, was ich mit der ganzen Sache anfangen sollte. Zunächst dachte ich, das sei vielleicht nur ein Traum gewesen. Warum stellt man einen Helden schwach dar? Warum verliert er? Warum nimmt ihn das alles so mit? Warum rennt er vor seinen Problemen davon? Ja, ich war noch ziemlich jung und lernte die Welt der Filme gerade erst kennen, doch genau darum halte ich „Cliffhanger“ noch heute in Ehren. Jetzt aber mal weg von den Kindheitserinnerungen. Kann ein über zwanzig Jahre alter Film heute noch mithalten? Ja. Und wie. „Cliffhanger“ macht richtig viel Spaß und hat vor allem keine nennenswerten Längen vorzuweisen.

Ein Überfall auf ein Flugzeug geht schief, die Bösen stürzen ab, die Geldkoffer fliegen davon und so begibt man sich auf die Suche nach ihnen. Selbstverständlich nicht allein. Man verständigt die Bergwacht, hält den beiden eintreffenden Rettern die Pistole vor die Nase und lässt sie die Führung übernehmen. Stallone gelingt es, sich von der Gruppe abzusetzen und es beginnt die Jagd auf die Koffer. Man klettert, stürzt, friert, beschießt sich, schreit, blutet und zittert. „Cliffhanger“ ist dreckig und tut weh. Er schafft es, das raue Klima der Berge zu den Zuschauerinnen und Zuschauern zu tragen, damit sich diese auf den heimischen Sofas bloß nicht zu wohl fühlen.

Ja, man kann „Cliffhanger“ gut mit einem Film wie „Stirb langsam“ vergleichen. Zumindest von der Atmosphäre her. Ein Mann wächst über sich hinaus, um die Taten einer kriminellen Bande zu verhindern. Zwar läuft Stallone nie barfuß durch Glassplitter, schwimmt dafür aber oben ohne durch einen zugefrohrenen See. Die Parallelen sind da, stören aber überhaupt nicht. „Cliffhanger“ hat meiner Meinung nach eine eigene Atmosphäre und vor allem einen recht unverbrauchten Drehort zu bieten. Er ist keine Kopie. Er ist was eigenständiges. Wer lust auf einen guten, kalten Actionfilm hat, kommt um „Cliffhanger“ nicht herum.

/// ZiB

Unser erster gezogener Film war ein perfekter Einstieg ins Thema, denn bei „Cliffhanger“ wird ziemlich weit oben herumgeklettert. Und auch wenn ich am Anfang über die mittelmäßige Bildqualität herzog, muss ich zugeben, dass er sich auch heute noch sehen lassen kann. Die eisige Atmosphäre kommt auf jeden Fall sehr gut rüber und man fiebert mit.

Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich „Cliffhanger“ bisher jemals gesehen habe… eigentlich dachte ich schon, aber das muss so lange her sein, dass ich mich an nichts erinnere. Um so besser. So wusste ich nicht, was passieren würde. Dass der Held am Anfang folgenschwer scheitert, hat mich als alten Filmhasen weniger überrascht. Aber ich war positiv überrascht, dass aus seinen Schuldgefühlen kein großes Drama aufgebauscht wird. Das hätte zu diesem Film nicht gepasst. Sobald es zur Sache geht, wird sich nicht mehr mit Gejammer oder traumatischen Flashbacks aufgehalten, sondern die Muskeln verrichten wieder 1a ihre gewohnte Arbeit. So muss das sein, ein echter 80er/90er Äktschnheld hat für Gefühle keine Zeit, wenn es was zu kloppen gibt! Der darf auch mal einen Spruch wie „Du Schwuler, schlägst wie ’ne Tunte.“ drücken, obwohl er der Gute ist. Damals war halt alles noch eine Spur roher. Das gilt auch für die Kampfszenen, die beim Zusehen schon ganz schön weh tun.

„Cliffhanger“ ist trotz seines tragischen Anfangs sicher nicht der intelligenteste Actionfilm unter der Sonne, aber er ist äußerst kurzweilig und bietet nostalgischen Charme.

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