Bobos Filmbox – 2015-01 – Red Edition – #20 – Insidious: Chapter 2

Bobos Filmbox - 2015-01 - Red Edition - #20 - Insidious: Chapter 2

/// ZiB

„Insidious“ war einer der besseren Gruselfilme der letzten Jahre, und deshalb freute ich mich, als Bobo uns die Fortsetzung aus seiner Kürbiskiste zog. Wohlwissend, dass Fortsetzungen selten mit dem Original mithalten können… Aber hier war James Wan immerhin wieder selber am Werk. Also freute ich mich.

Bobos Filmbox - 2015-01 - Red Edition - #20 - Insidious: Chapter 2

„Insidious 2“ knüpft direkt an die Geschehnisse des ersten Teils an. Die Familie ist den Spuk, der sie und vor allem ihren kleinen Sohn malträtiert hat, mit Hilfe eines Mediums los geworden. Aber irgendetwas stimmt nicht. Nicht nur, dass dieses Medium bei der Rettungsaktion verstarb. Der Vater benimmt sich seit jener Nacht außerdem seltsam und im Haus seiner Mutter, in dem sie vorübergehend untergekommen sind, beginnen die paranormalen Vorfälle von neuem. Nachforschungen werden angestellt, um mehr über die Hintergründe herauszufinden, und ein für alle Mal Ruhe zu haben.

Während der erste Teil noch vieles im Dunkeln ließ und meiner Meinung nach auch deshalb gruselig war, erfährt man nun mehr über die Mythologie dahinter. Dabei gibt es einige gelungen in Szene gesetzte Ideen (zum Beispiel als sie die Leichen entdecken), aber ausgerechnet die klassischen Spukmomente im Haus fand ich eher lahm. Die Geisterfrau sah halt aus wie eine geschminkte Frau, und nur weil sie einen anschreit, trägt das nicht zur Atmosphäre bei. Und so sehr ich Spurensuchen in Filmen eigentlich mag, fand ich die Insidious 2 Schnitzeljagd nicht sonderlich spannend. Wie bei einer Geisterbahnfahrt klapperte man unterschiedliche (selbstverständlich verlassene) Orte ab, und an jedem dürfte kurz ein Jump Scare abgespielt werden. Und das Ende wunderte mich… ich gratuliere dem Jungen aber dazu, in einer solchen Situation so schnell einschlafen zu können.

Die Geschichte liefert allerdings einige sehr schöne Aha-Momente, auf die ich aus Spoilergründen nicht näher eingehen will. Und was ich an „Insidious 2“ allgemein mochte, war die direkte Verknüpfung mit dem ersten Teil. Hierbei handelt es sich wirklich um eine Fortsetzung, die den Namen verdient! Ob es sie allerdings gebraucht hätte, darüber lässt sich trotzdem streiten. Man wird gut unterhalten, an das Original reicht der Film aber nicht heran und wirkt insgesamt zu bemüht. So, als hätten sie möglichst viel hineinpacken wollten, anstatt sich hin und wieder Zeit zu nehmen, eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen.

/// spa

Gerade nach einem Film wie „Tremors 2“ war „Insidious 2“ eine spannende Erfahrung, und damit meine ich zunächst einmal gar nicht den Umstand, dass „Insidious 2“ spannender war als „Tremors 2“. Viel interessanter ist die Art und Weise, mit der die beiden Filme mit der Tatsache umgehen, dass sie Fortsetzungen sind. Während der erstgenannte Film einfach sagt: „Hey! Noch mehr Würmer! Da drüben! Los!“, geht der zweite ganz andere Wege. Böse Zungen würden sagen, er gibt sich im Gegensatz zum Wurmfilm Mühe. Ganz böse Zungen würden dagegen sagen: Er gibt sich ein bisschen ZU sehr Mühe.

Als „Insidious 2“ durch war, saßen ZiB und ich erst einmal zusammen und erzählten uns gegenseitig, wie wir seine Geschichte verstanden hatten. Das muss gelobt werden. Ein Geisterfilm, der einen fordert, ist ja nun wirklich nichts schlechtes. Dennoch war ich am Ende nicht ganz zufrieden, da mir alles ein bisschen zu überkonstruiert wirkte. Der eine war der, der vor 20 Jahren das machte, was im ersten Teil angedeutet wurde, ist hier ganz wichtig und dann stellt sich noch heraus, dass der nicht die ist, sondern die er und übrigens: Das war alles ganz anders. Selbstverständlich übertreibe ich hier ein wenig, doch wirkte das alles auf mich, als hätte man zwanghaft versucht, jede noch so kleine Lücke des Vorgängers zu schließen. Das kann funktionieren. Doch leider motivierte mich der Film nicht, dem Geschehen meine volle Aufmerksamkeit zu schenken.

Was im nämlich fehlte, war die Spannung des ersten Teil. Ich würde „Insidious“ nicht als unglaublich spannenden Geisterfilm beschreiben, aber er hatte seine Momente, wusste die Jump Scares gut einzusetzen und bot immerhin eine interessante Geschichte um die Welt der Geister und Besessenheit. Ich war zufrieden. Der Nachfolger reicht jedoch leider in keinem dieser Punkte an den Vorgänger heran. Die Schockmomente waren vorhersehbar und meiner Meinung nach fast schon billig. Natürlich erschrecke ich mich, wenn da plötzlich jemand in die Kamera brüllt. Aber Teil 1 ging damit geschickter um.

Wie auch immer. „Insidious 2“ wollte zu viel. Man muss nicht für alles eine Erklärung haben. Dennoch bin ich gespannt auf das Epos „Insidious 3“. Was die Leute da wohl wieder alles anstellen? Ob der eine jetzt der andere ist? Und wo sind wir überhaupt?

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