Bobos Filmbox – 2015-01 – Red Edition – #17 – The Millennium Bug: Der Albtraum beginnt

Bobos Filmbox - 2015-01 - Red Edition - #17 - The Millennium Bug: Der Albtraum beginnt

/// ZiB

Der dritte Film, der auf unserer 3-in-1-Blu-ray enthalten war, hieß „The Millennium Bug“. Und wer bei diesem Titel mit einem Wortspiel rechnet, liegt goldrichtig.

Bobos Filmbox - 2015-01 - Red Edition - #17 - The Millennium Bug: Der Albtraum beginnt

Vater, Teenager-Tochter und frisch geehelichte Stiefmutter unternehmen in der Silvesternacht des Jahres 1999 einen Trip in die Berge, um dem drohende Computerchaos durch den „Millennium Bug“ zu entgehen. Wir erinnern uns: Damals befürchtete man, dass ein Computerfehler beim Jahreswechsel für weltweites Chaos sorgen würde. Ihr Campingtrip in die Wälder verläuft allerdings unangenehmer als alles, was sie in der Zivilisation erwartet hätte. Sie werden von einer degenerierten Familie entführt, die in eine Hütte haust und nichts Gutes mit den Frauen vor hat. Das Mädchen soll direkt an den ältesten Sohn „verheiratet“ werden. Gut, dass diese Nacht im Wald noch etwas anderes passiert: Einmal alle tausend Jahre schlüpft ein gigantischer Monsterkäfer…

Schon im Vorspann liest man, was der größte Pluspunkt dieses Backwood-Monsterfilms ist: Die Produktionsfirma nennt sich nämlich NO-CGI-FILMS. Und tatsächlich ist hier alles handgemacht. Ohne großes Budget, aber mit viel Liebe und einem Händchen für Monster-Effekte. Der Riesenkäfer macht durchaus was her, und ich sehe so etwas lieber, als CGI-Geschöpfe, die wie aus einem billigen Videospiel aussehen. Also gibt es schon mal den Daumen hoch für den Bug. Und auch wenn die Kulissen einen gewissen Theatercharme haben, fand ich auch sie sympathisch. Die Hütte zum Beispiel sieht eher nach „auf alt gemacht“ als wirklich alt aus. Aber der Stil des Films ist stimmig, und darauf kommt es an.

Leider ist da aber noch die Geschichte mit den Hinterwäldlern, die EXTREM nervt. Während ich die kleine Familie, die im Mittelpunkt des Films steht, noch als ganz angenehm empfand, weil sie sich (trotz Stiefmutter!) nicht streiten, wirken die restlichen Charaktere wie überdrehte Karikaturen. Das versaut alles, denn sie spielen im Vergleich zum Monster einen viel zu großen Part. Was hat sich der Drehbuchautor nur dabei gedacht? Fand er das lustig? Es ist eine Schande, wenn vielversprechender Creature Horror durch blöde Menschen zerstört wird. So kann ich den Film selbst Genreliebhabern nicht guten Gewissens empfehlen. Aber wie gesagt: gute Ansätze hat er.

/// spa

Zunächst einmal hat der Film so ziemlich alles. Ob nun eine Familie mit Vater, Tochter und Stiefmutter, Hinterwäldler, Forscher, einen Killerkäfer, Mythen und was weiß ich nicht noch alles. Hier kommt wirklich alles zusammen. Leider verliert man dadurch ziemlich schnell das eigentliche Ziel aus den Augen: Den Käfer. Nach einer Stunde im Film stellte ich mir die Frage, ob ich hier den richtigen Film eingelegt hatte. Was interessiert mich diese Hinterwäldlerfamilie? Die Normale-Menschen-Familie? Dass die Tochter zu ihrer Stiefmutter nicht „Mama“ sagt? Wie die Hinterwäldlerfamilie organisiert ist? Wer dieser merkwürdige Forscher ist? All diese Dinge interessieren mich nicht. Gar nicht.

Selbstverständlich benötigt man Elemente rund um den Käfer. Elemente, die dieser fressen, töten und zerstören kann. Doch den meisten Teil der Arbeit übernehmen die Menschen. Die Szenen in der Hütte waren so übertrieben albern, dass ich hin und wieder gerne ausgeschaltet hätte. Aber selbstverständlich tat ich es nicht. Ich wartete. Auf den Käfer.

Und das warten hat sich dann tatsächlich gelohnt. Der riesige Käfer sah wirklich verdammt gut aus und das macht es letztendlich nur noch schlimmer. Warum hat man dem Käfer nicht mehr Zeit gegeben? War das eine Budgetfrage? Möglich. Ist mir aber am Ende auch egal. Bis zum großen Finale ist „Millennium Bug“ anstrengend und kann einem vorzüglich auf die Nerven gehen. Danach bietet er wundervolle Monstereffekte, von denen ich unglaublich gerne mehr gesehen hätte.

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