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Stardew Valley - Jahr 2 - Sommer
Jahr 1 - Frühling  |  Sommer
Der Sommer begrüßte mich mit strahlendem Sonnenschein. Gerne hätte ich mich in die Sonne gelegt und gebräunt, leider wird das von einem Farmspiel nicht unterstützt. Auf der anderen Seite ist das gut. Sich auch noch um die Bräunung der Haut kümmern? Am Ende noch Sonnencremebäume anbauen? Nein. Ich habe so schon genug zu tun.

Der Ort, der einem perfekt vor Augen führt, was man so alles zu tun hat, ist das Community Center, das ich im letzten Bericht zwar erwähnt, aber nicht erklärt habe. Das Center ist ein verlassenes Gebäude, das vor Jahren mal ein Hauptversammlungspunkt des Dorfes war. Mittlerweile wird es jedoch nicht mehr benutzt und steht leer. Der Bürgermeister hängt noch an dem Gebäude, spielt jedoch mit dem Gedanken, es an die Firma Joja zu verkaufen.

Joja ist eine Supermarktkette, die sich in Stardew Valley niedergelassen hat und Pierre, dem örtlichen Händler, dank Niedriegpreispolitik die Arbeit erschwert. Selbstverständlich lasse ich mich nicht von Joja beeinflussen. Ich will mit diesem Laden nichts zu tun haben. Ich unterstütze die lokalen Geschäfte. Weil ich den Kommerz verabscheue. Und weil Joja mein ehemaliger Arbeitgeber ist. Der Job, von dem ich genug hatte und vor dem ich entkommen wollte. Dass er mich in meine neue Heimat verfolgt, ist schlimm genug. Ihm jetzt auch noch Geld geben? Nein, danke.

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Darum habe ich auch davon abgesehen, Mitglied im Joja-Kunden-Club zu werden. Hätte ich das Angebot wahrgenommen, hätte der Bürgermeister Joja das Communitycenter übergeben, damit dort ein neues Warenlager errichtet werden kann. Das will ich nicht zulassen. Ich habe dem Bürgermeister gesagt, dass ich lieber dabei helfen will, das Center wieder aufzubauen. Und das bedeutet, dass ich komischen Kugelgeistern Zeug schenken muss. Blumen, Früchte, Pilze, Fische und was auch immer. Jedes Teil, das man in "Stardew Valley" irgendwie produzieren oder anderweitig erhalten kann, wird irgendwo im Community Center benötigt, um es zu restaurieren. Dieses Center stellt in meinen Augen das Hauptziel des gesamten Spiels dar. Um es zu vollenden, muss man mindestens ein Jahr lang gespielt haben. Es in einem Jahr zu vollenden würde extrem effektives Planen und Handeln voraussetzen, und dass das nichts für mich ist, sollte jedem klar sein. Mein Ziel lautet: Das Center in Jahr 10 beenden. Ich bin gespannt. Auch, ob ich bis dahin diese Textreihe noch weiterführe.

Um noch einmal auf Joja zu sprechen zu kommen: Eines schönen Tages erforschte ich die Mine. Ich erforschte und erforschte und erforschte und plötzlich war ein Uhr in der Nacht und ich rannte los, um es noch rechtzeitig nach Hause zu schaffen. Es gelang mir nicht. Ich brach mitten auf dem Heimweg erschöpft zusammen. Glücklicherweise erwachte ich zu Hause im Bett. Unglücklicherweise geschah dies, weil mich ein Joja-Mitarbeiter gefunden und nach Hause gebracht hatte. Dieser Service kostete mich 1.000 Euro. Das tat ziemlich weh. Sowohl meiner Geldbörse als auch meiner Ehre.

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Was zum Glück nicht weh tat, war ein Erdbeben, das sich eines Nachts ereignet hatte. Es erschütterte den Boden und legte einen Pfad frei, der mich nicht nur zu einer Eisenbahnstrecke führte, sondern auch zu einem Spa. Nein, nicht zu mir, dem Besitzer von spa-zone.de, sondern zu einer dieser Erholungsbuden, in denen man den ganzen Tag herumsitzt und es sich gut gehen lässt. Klingt gut? Tja, leider ist es geschlossen. Ein entspannendes Wasserbecken habe ich bisher noch nicht gefunden. Dafür aber ein paar Hanteln, die ich nicht hochheben konnte, weil ich laut Spiel zu schwach bin. Blödes Spiel. Gemeines Spiel.

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Wen ich übrigens hin und wieder an der bereits angesprochenen Bahnstrecke antreffe, ist Sebastian, Marus Bruder. Er lehnt hier manchmal an einem Schild und raucht. Gerne würde ich mich dazugesellen, doch ist er noch nicht besonders gut auf mich zu sprechen. Aber ich sehe es als eines meiner Ziele in "Stardew Valley" an, mich eines Tages neben ihn zu stellen, mit ihm eine Zigarette zu rauchen und über das Leben zu philosophieren. Ich glaube nämlich, dass es viel zu reden gibt.

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Zum Beispiel würde ich gerne mehr über die Familienverhältnisse in Marus Haus erfahren. Maru ist offensichtlich die Tochter von Robin und Demetrius, doch Sebastian? Als ich endlich mit Maru befreundet war, konnte ich mich ein wenig in ihrem Zimmer umsehen. Dort stieß ich auf Dinge, die sowohl zu ihrer Mutter als auch ihren Vater passten. Im Schlafzimmer der Eltern wiederum warf ich einen Blick ins Bücherregal und stieß dort auf zwei interessante Bücher: "Maximizing your second marriage" und "Practical Tips for First-Time Step-Dads". Diese Bücher allein erzählen eine Geschichte und zeigen eine der Stärken von "Stardew Valley". Wer genau hinsieht, stößt überall auf Hinweise über Familienverhältnisse oder Ereignisse, die das Dorf zu dem machten, was es heute ist. Ich will die Herzleiste bei den Dorfbewohnern nicht mehr nur voll bekommen, weil es eine Spielmechanik ist, sondern weil ich tatsächlich mehr über die Leute erfahren möchte.

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Immer mehr ans Herz wächst mir Abigail, die auf Dorffesten oft abseits steht und sich eher raushält. Sie ist keine Freundin sozialer Kontakte und mir dadurch leider ein bisschen zu ähnlich. Warum ist sie so? Über das im Frühling angesprochene Grab habe ich noch nichts Neues herausgefunden, auch nicht, als ich eines Nachts heimlich die obere Erdschicht entfernte. Was Abigail selbstverständlich nicht unbedingt erfahren sollte.

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Wie auch immer. Die Dorfbewohner sind ein faszinierender Teil des Spiels. Sie haben alle spezielle Charaktereigenschaften, die aber bei genauerem Hinsehen mehr offenbaren als bloße Ansammlungen von Klischees. Zumindest wirkt es aktuell noch so. Warum ist Shane so gemein zu mir? Liegt es an seinem Job? Ich sehe ihn die ganze Zeit über im Joja-Markt sitzen und Regale einräumen. Was eine solche Tätigkeit mit einem anstellen kann, weiß ich nur zu gut. Aber ich will keine voreiligen Schlüsse ziehen. Vermutlich wird sich all das irgendwann aufklären. Vielleicht ist er auch einfach ein gemeiner Kerl.

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Ich bin übrigens kein gemeiner Kerl, auch wenn Demetrius mir in einer ruhigen Minute unter vier Augen angedeutet hat, dass er nicht zulassen wird, dass seiner Tochter etwas passiert. Drohungen dieser Art aus Richtung eines Vaters zu hören, sollte man selbstverständlich nicht zu ernst nehmen. Doch passt auch diese ins Gesamtbild.

Jetzt aber mal weg von den Menschen. Nein, Moment, eine Kleinigkeit fällt mir noch ein. Mitte des Monats fand ein Fest statt, zu dem der Gouverneur eingeladen wurde. Wer auch immer dieser Kerl ist, er scheint wichtig zu sein, denn der Bürgermeister wollte ihn mit einer Suppe beeindrucken. Jeder Dorfbewohner sollte etwas Besonderes zur Suppe beisteuern, um die Geschmacksnerven des Gouverneurs zu kitzeln. Ich warf eine Chili-Schote in die Suppe. Der Besucher blieb davon recht unbeeindruckt. Schade. Aber man kann es nicht ändern. Ich hatte einfach noch keine besonderen Sachen angebaut.

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Sowieso fange ich erst jetzt an, mich endlich ein bisschen um das Farmen zu kümmern. Ich habe Bewässerungsanlagen hergestellt, die zwar noch nicht wirklich effektiv sind, mir aber das tägliche Bewässern von Hand ersparen. Demetrius kam eines Tages um die Ecke und bat mich darum, die Höhle auf meiner Farm für seine Forschungen nutzen zu dürfen. Er wollte entweder Pilze züchten oder Fledermäuse ansiedeln. Ich entschied mich für die Pilze. Schließlich hatte ich von diesen noch kaum welche gefunden. Demetrius meinte, die Fledermäuse würden hin und wieder Obst in der Höhle zurücklassen, was für mich jetzt spontan weniger interessant klang.

Die größte Neuerung stellt aber der kleine Stall dar, den ich mir von Robin errichten ließ. In ihm befinden sich meine ersten vier Tiere, die vier Hühner Frudgard, Hildeberta, Knatmulde und Bardebirella. Momentan handelt es sich bei ihnen noch um kleine Küken, doch freue ich mich jetzt schon auf die von ihnen produzierten Eier.

Keine so schöne Geschichte war die Errichtung des besagten Stalls. Die Kosten für ein solches Gebäude sind nicht gerade gering. Ich hatte es ein bisschen vor mir hergeschoben und lieber Geld in bessere Werkzeuge investiert. Doch irgendwann kam dann der Punkt, an dem ich Robin aufsuchte und ihr den Bauauftrag erteilte. Sie fragte mich, wo er hin sollte, ich suchte mir einen schönen Ort aus und VERKLICKTE MICH UM EIN FELD! Es war die Hölle. Mein symmetrisch geplantes Grundstück verwandelte sich mit nur einem Klick in meinen Schreibtisch. Ich wollte das nicht hinnehmen. Ich KONNTE das nicht hinnehmen. Also ging ich erneut zu Robin und ließ das Ding abreißen. Nur, um es daraufhin erneut errichten zu lassen. Was für eine Verschwendung. Aber ein schlecht platziertes Gebäude in einem Spiel, in das man vermutlich noch viele, viele Stunden investieren wird? Nein. Das geht nicht. Es geht einfach nicht.

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Genug von meinen Rückschlägen. Mein hoher Ressourcenverlust sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es mir gut geht. Die Farm wächst, die Menschen mögen mich immer mehr, ich mag die Menschen immer mehr, ich wurde zum Nachbarn des Monats gewählt, an einem See lebt jetzt eine Katze in einer kleinen Holzhütte und verkauft Hüte, meine Mutter schreibt mir hin und wieder Briefe und die Vorbereitungen auf den Herbst sind abgeschlossen. Auch Pläne wurden geschmiedet. So durfte ich feststellen, dass es total sinnvoll gewesen wäre, erst ein Silo und dann den Stall zu bauen. Aber hey, an einem Silo soll das alles nun auch nicht scheitern.

Mit diesen Worten verabschiede ich mich für heute. Am letzten Sommertag gab es noch ein wundervolles Fest voller Leuchtquallen, das mich die ganze Zeit über zufrieden grinsen ließ. "Stardew Valley" ist schön. Es ist entspannend. Es macht Spaß. Und ich habe noch lange nicht alles gesehen.

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Vermutlich melde ich mich am Ende vom Herbst wieder bei euch. Bis dahin: Alles gute. Bis zum nächsten Mal!

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Sven Himmen