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Das "Fantasy Traumfest"-Tagebuch - Nacht #3
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Liebes Tagebuch,

nichts hat sich geändert. Nichts. Gar nichts. Ich bin heute in der Badewanne aufgewacht.

Zunächst war ich wieder einmal ein kleines Mädchen. Ich und meine Eltern sind umgezogen. In ein altes Haus. Es gehörte glaube ich meiner Oma. Offensichtlich hatte ich aber nie Kontakt zu ihr. Sie hatte Probleme mit meiner Mutter. Warum wusste ich nicht. Hat mich aber auch nicht interessiert.

Ich bin lieber nachts durchs Haus geschlichen. Vor allem der Keller hat es mir angetan. Altes Kinderklischee würde ich sagen. Dort traf ich dann auf ein Geistermädchen. Oder besser: Es traf auf mich. Es hatte nämlich eine unangenehme Freude daran, plötzlich neben oder hinter mir aufzutauchen. Aber ich hatte das Gefühl, dass sie mir etwas mitteilen wollte. Leider erfuhr ich nie, was das war, denn plötzlich war ich ein Hund.

Wobei das so nicht stimmt. Eigentlich war ich schon noch ein Mensch. Aber ich war ein Mensch der nur so tat, als sei er ein Hund. Weil das eine alte Frau so wollte. Diese Frau schien Probleme zu haben, vor allem mit sich selbst, und diese Probleme nur durch das Quälen anderer Leute verarbeiten zu können. Ein anderer Bewohner des Hauses sollte zum Beispiel einen falschen Schnurrbart tragen. Aber was ist schon ein Schnurrbart im Vergleich zu meiner Hunderolle? Ich habe im Garten mein Geschäft erledigt, einen Fasan gefangen und auch sonst viele merkwürdige Dinge getan. Merkwürdig aus Menschensicht zumindest. Meine Herrin hatte aber ihren Spaß an der Sache.

Ich nicht. Also wollte ich mich wehren. Ich hatte genug von meiner Rolle. Als ich sie zur Rede stellen wollte, zog sie ihr riesiges Flammenschwert aus der Hosentasche und wollte mich töten. Sie wollte meine Seele. Für den Herren der Unterwelt. Um mich zu verteidigen setzte ich mir einen ziemlich coolen Hut auf. Einen stets wehenden Umhang trug ich ebenfalls. Man muss schließlich auf sein Äußeres achten, wenn man gegen das Böse kämpft. Sonst kommen auch die "Oneliner" nicht so überzeugend rüber.

Leider bemerkte ich schon bald, was das Problem an meinem neuen Lebensstil war: Der Hut. Er zerstörte mein gepflegtes Haar. Sie waren ganz fettig. Und das ist sehr unangenehm. Also rasierte ich mir den Kopf und ging duschen. Das Shampoo das ich dazu verwendete hatte aber ebenfalls eine üble Nebenwirkung. In ihr waren kleine Nanodinger, die durch meine Haarwurzeln in mein Gehirn eindrangen. Nun hörte ich plötzlich Stimmen in meinem Kopf. Also andere als sonst. Das machte mich ziemlich verrückt.

Um mich abzulenken fuhr ich in den Urlaub. Nach Reykjavik. Ich wollte Wale beobachten. Leider bekam ich keinen einzigen zu Gesicht. Ein betrunkener Franzose ermordete den Kapitän des Schiffs und die Leute, die zu unserer Rettung kamen, wollten uns gar nicht retten, sondern töten. Und anmalen. Mich verwandelte man zum Beispiel in eine Meerjungfrau. Als ich fliehend ins Meer sprang, wollte mich einer dieser fiesen Typen sogar mit einer Harpune durchlöchern. Bevor sie mich traf, wachte ich aber auf. In meiner Badewanne. Kaltes Wasser lief in sie hinein und ich fühlte mich definitiv unwohl.

Was soll ich nur tun? Es wird nicht besser. Dass ich jetzt sogar Schlafwandel kann doch nicht gut sein. Ich werde meine Situation wohl noch ein paar Tage beobachten. Dann werde ich professionelle Hilfe beantragen.

Guten Tag,
Dein spa.

Notizen des Tagebuchs:

Patient...
- hat noch immer Frauenprobleme.
- leidet definitiv unter einem sehr ausgeprägten Mutterkomplex.
- ist leicht zu erschrecken.
- reduziert Hunde auf ihre negativen Eigenschaften.
- ist traurig über seinen nicht sehr ausgeprägten Bartwuchs. Männlichkeitsproblem? Siehe Frauenproblem.
- lässt sich gerne dominieren.
- wäre dennoch ab und zu gerne der Dominierende.
- mag Lederkleidung.
- legt viel Wert auf Hygiene.
- leidet unter Paranoia.
- hätte gerne Urlaub.
- interessiert sich für Wale.
- hat definitiv Probleme mit Franzosen.

Maßnahmen:
- Beruhigungstabletten verschreiben.
- Termin in einem Tierheim machen. An Hunde gewöhnen.
- Praktikum in einem "SM-Club".
- Geburtstagsgeschenk: Parfüm.
- Verbieten "1984" zu lesen.
- Zoobesuch organisieren. Meerestiere gucken.

Nachforschungen anstellen über:
- Wunsch, eine Meerjungfrau zu sein.
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Sven Himmen