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Zeitungszeitreise
Sehr geehrte Damen und Herren,

herzlich willkommen bei meiner kleinen Zeitreise.

Wir beginnen mit einem ersten Zeitsprung: Vor drei bis vier Wochen bekam ich einen Brief. Von der Frankfurter Rundschau. Also von Ihnen. In diesem Brief: Eine Monatssammlung an Gutscheinen für die Zeitung. "Toll!", dachte ich. "Kann ich ja einen Monat umsonst die Zeitung lesen!" Freudig wollte ich gerade losgehen und die Zeitung kaufen, da dachte aber ein Stück weiter: "Moment mal, oh du intelligenter Herr Himmen! Denk an das, was du in der Berufsschule gelernt hast! Bekommst du etwas, was du nicht bestellt hast, benutze es nicht, denn sonst musst du es auch bezahlen!" Und so hörte ich auf mein einredendes Gewissen. Ich hatte schließlich keine Gutscheine bestellt. Und ein Monat war schon viel für ein Gutscheingeschenk. Das musste einen Haken haben. Also hakte ich nach.

Zeitsprung: Vor drei oder mehr Monaten hatte ich die Frankfurter Rundschau als Abo bezogen. Doch irgendwann fiel mir dann auf, dass ich die Zeitung kaum noch las. Das lag nicht an der Zeitung an sich, sondern an der wenigen Zeit, die ich mir dafür nahm. Ich nahm sie morgens aus dem Briefkasten, legte sie in die Wohnung und warf sie nach ein paar Tagen weg. Also beschloss ich, das Abo zu kündigen. Sodann schrieb ich einen Brief und schickte ihn weg. Ich bekam die Bestätigung per Post und das Abo war gekündigt.

Ein paar Tage später bekam ich einen Anruf. Die Frankfurter Rundschau war dran. Also nicht die Zeitung, sondern jemand ihrer unterstellten. Diese Person (Frau) fragte, warum ich das Abo gekündigt hatte. Ich schilderte ihr kurz den Fall und das Thema war für mich gegessen.

Ein paar Tage später bekam ich einen Anruf. Die Frankfurter Rundschau war dran. Also nicht die Zeitung, sondern jemand ihrer unterstellten. Diese Person (Mann) fragte, warum ich das Abo gekündigt hatte. Ich schilderte ihm kurz den Fall und das Thema war für mich gegessen.

Ein paar Tage später bekam ich einen Anruf. Die Frankfurter Rundschau war dran. Also nicht die Zeitung, sondern jemand ihrer unterstellten. Diese Person (Frau 2) fragte, warum ich das Abo gekündigt hatte. Ich schilderte ihr kurz den Fall und das Thema war für mich gegessen.

Ein paar Tage später bekam ich einen Anruf. Die Frankfurter Rundschau war dran. Also nicht die Zeitung, sondern jemand ihrer unterstellten. Diese Person (Mann 2) fragte, warum ich das Abo gekündigt hatte. Ich schilderte ihm kurz den Fall und das Thema wurde langsam sehr nervig.

Der Mann (Mann 2) wollte plötzlich wissen, ob ich nicht Interesse an einem Gutscheinabo hätte. Da würde man Gutscheine für einen Monat bekommen und könnte diese dann einlösen, wann immer man wollte. Ich meinte, dass das schön sei für die Zeitung. Er meinte, dass er mir gerne ein paar Informationen darüber zuschicken wollte. Ich meinte, dass er das gerne machen könnte, ich aber eigentlich kein Interesse daran hätte. Er meinte, ich solle mir das doch mal durchlesen. Ich meinte, dass er, wenn er unbedingt will, mir dieses Zeug gerne zuschicken könne. Er legte auf. Ich legte auf. Wochen lang kam gar nichts.

Zeitsprung: Nach langer Zeit kam dann das oben angesprochene Gutscheinheft. Ich konnte mich wieder daran erinnern, dass ich mit Mann 2 mal gesprochen hatte. Ich dachte, dass das vielleicht die Informationen waren, die er mir zukommen lassen wollte. Aber nein. Es waren keine Informationen. Im Brief stand etwas von "hiermit erhalten sie ein Monatsgutscheinheft" und fertig. Davon, warum ich das Ding bekam, war nirgends die Rede. Ich beschloss, das Heft erst mal unbenutzt aufzubewahren und abzuwarten. In der Schule wurden wir immer vor solchen Fällen gewarnt. Zudem hatten wir die rechtliche Lage bei solchen Dingen abgesprochen. Mit den Worten "Nicht benutzen!" kann man die wohl wichtigste Regel in solchen Fällen am besten zusammenfassen.

Zeitsprung: Gegenwart minus ein paar Tage. Ich stehe morgens auf, mache mich fertig für die Schule und gehe raus. Dort schaue ich in den Briefkasten. Was liegt drin? Eine Ausgabe der Frankfurter Rundschau. "Toll!", dachte ich. "Eine Rundschau! Habe ich was zu lesemomentmal! Warum habe ich eine Rundschau? Ich will die doch gar nicht! Egal. Erst mal wieder in den Briefkasten legen und zur Schule gehen. Vielleicht haben die die nur in den falschen Briefkasten gelegt. Kann ja mal passieren."

Nach der Schule hatte sich den ganzen Tag über niemand im Haus für die Rundschau interessiert. Ich stempelte diesen Vorfall als "dumm gelaufen für den, der jetzt keine Rundschau hat" ab und beließ es dabei.

Einen Tag später. Rundschau im Briefkasten. "OK. Zwei Irrtümer sind unwahrscheinlich. Die Gutscheine hast du auch noch. Da stimmt was nicht." Nachmittags habe ich mich dann hingesetzt und eine Mail an die Rundschau geschrieben. Irgendwie kam mir das alles seltsam vor.

Einen Tag später. Rundschau im Briefkasten. Rechnung im Briefkasten. "Rechnung über dreimonatiges Abo der Frankfurter Rundschau". "Ja.", dachte ich. "Das ist ja total gut! Ich freu mich!" Nach erfreulichen Purzelbäumen rief ich bei der Rundschau an. Irgendjemand musste da ja mal für Ordnung sorgen. Das tat ich dann auch. Hier in etwa der Ablauf des Falls:

Mann 2 ruft bei mir an. Mann 2 fragt, ob ich Gutscheine will. Ich sage nein, aber Infos kann er, wenn er unbedingt will, mir zukommen lassen. Er hört "Ja, ich will (am besten ohne noch einmal gefragt zu werden) hier am Telefon ein Abo abschließen!". Er schließt, ohne noch einmal nachzufragen, ein Gutscheinabo für mich ab. Ich bekomme keine schriftliche Nachricht darüber. Ich bekomme irgendwann Gutscheine zugeschickt. Nach einem Monat beginnt dann das normale Rundschauabo. Dann bekomme ich die Rechnung.

"Geil.", dachte ich. "Welch fulminanter Ablauf! Das nenne ich problemlos und ohne großen Aufwand ein Abo bestellen!"

Das ganze ist jetzt geregelt. Das Abo wurde gekündigt (hoffentlich) und ich muss nichts zahlen. Aber ich hatte Glück, dass ich so schulisch bedacht gehandelt hatte. Denn wenn ich die Gutscheine als Werbegeschenk abgetan und benutzt hätte, hätte ich diese vermutlich bezahlen müssen.

So etwas DARF nicht passieren. Es kann ja sein, dass die Tageszeitungen um ihre Leser kämpfen. Aber ein solcher Schwachsinn darf nicht passieren. Man muss doch einen Kerl, der (unwissend) telefonisch ein Abo abschließt, mal per Post darüber informieren! Und nicht erst per Rechnung mit ihm in Kontakt treten! Leider habe ich mir den Namen meines Gutscheinbestellers nicht gemerkt. Den hätte ich gerne mal gefragt, warum er so etwas mit mir abgezogen hat.

Jetzt noch einmal direkt an die Personen der Rundschau, die das hier lesen: Ich kündige hiermit mein nicht bei Ihnen bestelltes Abo. Meine Kundennummer kann ich Ihnen leider nicht nennen, denn ich habe niemals einen Brief zu diesem Thema von Ihnen erhalten. Es kann sein, dass die Nummer bei mir auf der Rechnung steht, diese habe ich aber ignorierend entfernt. Ich möchte mich nicht weiter mit diesem Thema beschäftigen müssen. So leicht, wie es für sie war, mein Abo abzuschließen, wird es Ihnen sicherlich auch fallen, es wieder zu kündigen.

Außerdem bitte ich sie darum, nie wieder mit mir telefonisch in Kontakt zu treten. Ich möchte nicht mehr Gefahr laufen, erneut ein Abo mit Ihnen abzuschließen, ohne davon zu erfahren. Sollte ich irgendwann einmal wieder Interesse an Ihrer Zeitung bekommen, melde ICH mich bei Ihnen.

Ich bedanke mich für ihre Aufmerksamkeit.

Mit freundlichen Grüßen

Sven Himmen

(20.05.2007)
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Sven Himmen