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Eigentlich bin ich nicht faul
Ich bin faul. Ist es nicht schön, wie der erste Satz dieses Textes im Gegensatz zum Titel steht. Wenn das nicht zum Weiterlesen anregt, weiß ich auch nicht weiter. Wo war ich? Ach ja, ich bin faul. Nein, besser: Unglaublich faul. Oder un-glaub-lich faul, um es noch weiter zu betonen. Ich weiß gar nicht, wie man das heutzutage richtig schreibt. Vielleicht un glaub lich? Egal. Bleibe ich eben beim faul alleine. Das trifft es treffend und ist in seiner Schreibweise schön unflexibel. Perfekt.

Warum genau bin ich denn jetzt eigentlich faul? Das ist eigentlich ganz einfach. So einfach, wie das Wort "eigentlich" in jedem meiner Sätze unterzubringen. Aber darum soll es hier ja eigentlich gar nicht gehen. Eigentlich möchte ich über etwas ganz anderes schreiben. Stopp. Themenbezug bitte. Und weniger eigentlich. "Themenbezug"? "Bezug"? Wie in "Bettbezug". Sehr gut. So komme ich also doch noch zum Thema und dem damit in Verbindung stehenden Bett. Ein Bett steht ja eig... steht ja symbolisch für Faulheit. Weil man darin schläft. So wie ich. Und das täglich. Bis mindestens elf Uhr.

Da ist er also, mein Faulheitsgrund. Ich schlafe tatsächlich täglich bis elf Uhr. Mindestens. In der Regel sogar länger. Natürlich nur, wenn ich keine Termine habe, die frühes Aufstehen erfordern. Aber die hat man ja zum Glück nicht, wenn man freiberuflich zu Hause arbeitet. Dafür verdient man dann auch kein Geld. Aber an ein Einschlafen mit Kummerbauchschmerzen kann man sich schneller gewöhnen, als ein Leser zunächst denken mag.

Zurück zum Schlafen: Ja, ich schlafe bis in die Mittagsstunden hinein. Was man sich deswegen immer anhören muss, verursacht ebenfalls Kummerbauchschmerzen. Häufig fällt hier das in der Einleitung erwähnte Wort "faul". Und warum? Weil meist erwachsene / ältere Menschen mit dieser Vorstellung nicht klarkommen. Aufgrund festgelegter Tagesabläufe. Besser: Tagestraditionen. Ein Mensch steht früh auf. Spätestens um 9 Uhr ist man wach und zieht die Rollläden hoch. Sonst gucken die Nachbarn und reden schlecht über einen. Diesem Tagesablauf zu entkommen ist nicht nur unmöglich, sondern auch falsch. Größtenteils wegen den Nachbarn.

Häufig fällt folgender Satz, wenn ich den Traditionellen mal wieder von meinem Leben als Langschläfer erzähle: "Wie kannst du nur so lange schlafen (Hier stand übrigens ursprünglich "schlange" statt "schlafen". Lange Schlange schlagen schlafen. Schwere Wörter. Kann man ja mal vertauschen.)?" Ich erwidere dann immer: "Definiere bitte "lange", denn ich schlafe vermutlich nicht länger als du, sondern später." Das versteht dann meistens keiner und darum möchte ich das jetzt endlich mal erklären.

Frühaufsteherfreunde vergessen schnell mal eine Kleinigkeit: Ich gehe erst zwischen zwei und vier (also drei) Uhr morgens ins Bett. Stundentechnisch leiste ich also nicht mehr Schlaf, als die Frühaufsteher, da diese normalerweise früher ins Bett gehen (Ausnahmen haben ´nen Schaden). Ich bin also nur faul, wenn man Faulheit nach Schlafzeit und nicht -dauer definiert. Das sollte man aber nicht. Das ist nämlich eigentlich wirklich ziemlich dämlich. Und gemein mir gegenüber. Also lasst das bitte. Oder verbreitet ihr diese Gemeinheiten etwa, weil ihr neidisch seid? Möchtet ihr wie ich beim Zubettgehen euren Kopfhebel von ein- auf ausschlafen stellen? Seid ihr etwa sauer auf mich, weil ich mir diesen Luxus leisten kann? Beantwortet ihr diese Frage mit "ja", seid ihr tatsächlich richtig dämlich.

(04.05.2010)
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Sven Himmen