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Vilbeler Anzeiger - 21.04.1886
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Vilbeler Anzeiger - 21.04.1886

Die einzelnen Elemente im Detail.

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Vilbeler Anzeiger - 21.04.1886

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Vilbeler Anzeiger - 21.04.1886

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Die Gartenlaube

beginnt soeben ein neues Quartal mit dem

Roman von Stefanie Kayser: "Die Lora-Nixe".

Die Gartenlaube ist das verbreiteste und billigste deutsche Familienblatt, ein Besitz von dauerndem Werthe für jedes Haus. Sie kostet in Wochennummern für das ganze Quartal nur M. 1,60.

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Das erste Quartal mit dem Andang von Spielhagens hochinteressantem Zeitroman "Was wil das werden?" und W. Heimburg´s "Die Andere" wird auf Verlangen zum Preise von Mk. 1,60 nachgeliefert.

In Vilbel zu beziehen durch L. Wagner.

[Anmerkungen:


Vilbeler Anzeiger - 21.04.1886

Tagesbegebenheiten.

Unserem Kaiser wurden in diesem Jahre aus Anlaß seines Geburtstages eine Anzahl alter Münzen aus dem Geburtsjahre 1797 dargebracht. Diese Aufmerksamkeiten haben dem hohen Herrn große Freuden bereitet und hat er den Gebern seinen besonderen Dank zu erkennen gegeben.

Vilbeler Anzeiger - 21.04.1886

Der Kronprinz befindet sich nach Abnahme des Fiebers und bei dem bisher günstigen Verlaufe der Masern recht befriedigend.

Vilbeler Anzeiger - 21.04.1886

Die Reise des Prinzen Alexander von Hessen nach Wien bezweckte erstens, seinen nachträglichen Dank für die Ovationen abzustatten, die ihm anläßlich des 25jährigen Jubiläums seiner Inhaberschaft des 6. Dragoner-Regiments dargebracht worden sind, und zweitens will der Prinz versuchen, den Wiener Hof zu bestimmen, eine Versöhnung seines Sohnes, des Fürsten von Bulgarien, mit dem Zaren zu vermitteln.

Vilbeler Anzeiger - 21.04.1886

Der Reichskanzler Fürst v. Bismarck gedenkt in den nächsten Tagen Berlin zu verlassen und sich nach Friedrichsruh zu begeben, um daselbst bis zum Wiederbeginn der parlamentarischen Arbeiten zu verbleiben.

Vilbeler Anzeiger - 21.04.1886

Der Bundesrath wird sich am Mittwoch bis kurz nach Ostern vertagen.

Vilbeler Anzeiger - 21.04.1886

Der Lieutenant a. D. v. Campe, früher Offizier im braunschweigischen Husaren-Regiment, war bekanntlich wegen Unterzeichnung der Welsenadresse zu 11 Monaten Festung verurteilt worden v. Campe, welcher bereits acht Monate verbüßt hatte, ist jetzt begnadigt und ihm der Rest der Strafe erlassen worden.

Vilbeler Anzeiger - 21.04.1886

Die Zahl der Strikenden in den Lütticher Steinbrüchen ist von 1200 auf 4000 gestiegen. In dem kaum beruhigten Borinage brechen neue Strikes aus.

Vilbeler Anzeiger - 21.04.1886

Die "Köln Ztg." schreibt aus Petersburg: Das Gerücht, zwischen dem Sultan und dem Zaren werde eine Zusammenkunft stattfinden, hat in der That eine gewisse thatsächliche Unterlage. Es steht nämlich fest, daß die russische Diplomatie seit Wochen an dem Plane einer Zusammenkunft arbeitete, der Sultan sollte sich zu Schiff nach der Krimküste begeben, der Zar ihm auf dem Schiffe, also auf türkischem Boden, den ersten Besuch abstatten, den der Sultan dann in Livadia erwidern würde. Der ganze Plan scheint jedoch an den Gewohnheiten des Sultans gescheitert zu sein. Möglich, daß der Sultan sich auch zu gut auf die türkischen Interessen versteht, als daß er sich in eine Falle locken lassen sollte. Die Russen führten nämlich nichts anderes im Schilde, als den Sultan für die russische Besetzung Bulgariens, dieses starken Vorwerks der Türkei, günstig zu stimmen. Hier betrachtet man eine solche Besetzung, mit der natürlich die Entfernung des Fürsten Alexander vom bulgarischen Thron verbunden sein würde, allgemein als den einzugen Ausweg, auf dem Rußland in befriedigender Weise aus seiner verfahrenen Orient-Politik herauskommen könnte. Auf dem Papier ist die Versetzung auch wohl längst fertig, es fehlt ihr blos der triftige Grund, und dieser ließe sich, falls man nur des Einverständnisses der Türkei sicher wäre, bald finden. Man würde es eben darauf ankommen lassen, ob sich die Großmächte einer vollendeten Thatsache fügen oder nicht.

Vilbeler Anzeiger - 21.04.1886

In der Kathedrale zu Madrid wurden am Sonntag auf den Bischof, als er eben die Palmzweige einsegnete, von einem Priester drei Schüsse aus einem Revolver abgefeuert. Der Thäter ist verhaftet.

Vilbeler Anzeiger - 21.04.1886

Nach der "Köln Ztg." hat der spanische Ministerrath sich gegen die von der Königin gewünschte Begnadigung des Herzogs von Sevilla ausgesprochen und statt dessen die Verbannung desselben nach den Balearischen Inseln vorgeschlagen. (Heinrich von Bourbon, Herzog von Sevilla, ein Vetter des verstorbenen Königs, welcher am 18. December v. J. als Befehlshaber der Schloßwache den Versuch machte, seine Kameraden zu bewegen, einen Putsch zu Gunsten Isabellas in Scene zu setzen, war vom Kriegsgericht zum Verlust seines militärischen Ranges und zu achtjährigem Gefängniß verurtheilt worden.

Vilbeler Anzeiger - 21.04.1886

Verschiedenes.

Wir wollen nicht verfehlen, das interessirte Publikum darauf aufmerksam zu machen, daß die Retourbillets mit mindestens zweitägiger Gültigkeit, welche am Samstag vor Ostern, den 24. d. Mts. gelöst werden zur Rückfahrt am Dienstag, den 27. d. Mts. auf allen Eisenbahnen genutzt werden können und daß diese Billete bei Antritt der Rückreise einer Abstempelung nicht bedürfen.

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Gießen. Ein wegen Verdachts des Kindermordes verhaftetes Dienstmädchen, Marie Buß von Watzenborn, 21 Jahre alt, hat sein scheußliches Verbrechen bereits eingestanden. Es giebt an, in der Nacht vom 13. auf 14. Februar geboren zu haben. Das Kind habe es alsbald nach der Geburt getödtet, die Leiche mehrere Tage im Keller aufbewahrt und sodann in ihrer Stube in Matzenborn im Ofen verbrannt.

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Gießen. Von der philosophischen Fakultät zu Gießen ist Herr M. Fischer von Nieder-Erlenbach zum Doktor promovirt worden.

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Darmstadt. Auf Grund der Verordnung vom 6. December 1884, die Vorbereitung für den Staatsdienst im Justiz- und Verwaltungsfach betreffend, wurden nach Bestehen der im Februar l. J. stattgehabten Staatsprüfung der Accessist Dr. Gustav Clemm in Darmstadt zum Regierungsassessor, die Accessisten Heinrich Köhler in Darmstadt, Josef Zuckmeyer in Mainz, Friedrich Tenner in Darmstadt, Dr. Markus Löd in Worms, Dr. Emil Görtelmann in Mainz, Dr. Bertram Sichel in Mainz, Karl Schneider in Darmstadt, Eigen Calman in Mainz, Berthold Mannheimer in Worms zu Gerichtsassessoren ernannt.

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Das Brandversicherungskapital betrug Ende 1885 in der Provinz Starkenburg 399 841,030 Mark, in der Provinz Rheinhessen 342 526,350 Mark, in der Provinz Oberhessen 273 035,810 Mark, zusammen 1 015 403,190 Mark und hat sich gegen 1884 um 24 674,130 Mark oder um 2,49 Prozent vermehrt. Im Jahre 1885 kamen 435 Brände vor, und wurden dafür 834 853 M. 59 Pf. Entschädigungen angewiesen. Auf die Monate des Jahres vertheilen sich die Bände mit folgenden Zahlen: 37, 25, 30, 24, 38, 59, 43, 43, 46, 29, 36 und 21.

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Offenbach. Ein Einjährig-Freiwilliger von hier, Gefreiter, soll am Samstag Abend in einer Wirthschaft mit einigen Burschen Wortwechsel gehabt haben. Als der Gefreite Nachts zwischen 12 und 1 Uhr in die Nähe seiner Wohnung kam, welche in einer entfernten Straße liegt, wurde er von den erwähnten Burschen angefallen. Es entstand ein Handgemenge, wobei der Angegriffene von seinem Seitengewehr gebrauch machte. Der eine Bursche erhielt einen Stich in´s Herz und blieb todt auf dem Platze, der andere erhielt einen Stich in den Arm. Die Untersuchung über diesen Vorfall ist eingeleitet.

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Bingen. Der hiesige Anzeiger berichtet über die Seltenheit, daß an einer Rebenplanke des Herrn Franz Köhler dahier sich seit einigen Tagen eine 19 Zoll lange Lode mit vollständig entwickeltem Gescheine findet.

[Anmerkungen:

Lode, die: Forstwirtschaft: Stock- oder Wurzelausschlag (Stocklode, Wurzellode), bildet Hauptbestandteil des Niederwaldes; Halblode 21-50 cm, normale L. 51-100 cm, Starklode 101-150 cm lang. Der Große Knaur, Band 3 (L-R), Stuttgart/Hamburg 1968.

Geschein, das: Blütenstand der Rebe. Der Neue Brockhaus, Zweiter Band (E-I), Dritte, völlig neubearbeitete Auflage, Wiesbaden 1958.]


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[Anmerkung: Artikel ging über zwei Seiten.]

Frankfurt. Vom Schöffengericht war der Agent Aron Horn, der das Retourbillet eines Anderen auf der Fahrt von Wiesbaden nach hier benutzt hatte, wegen Betrugs zu 20 Mark verurtheilt. Die eingelegte Berufung wurde von der Strafkammer verworfen. Es sei auf Grund einer giltig erlassenen und publizirten Verordnung der Bahnverwaltung verboten, Retoubillette anders als an der Kasse zu kaufen. Angeklagter habe durch Vorweisung einer solchen ihm nicht zustehenden Karte einen Betrug verüben wollen. Es ist dringend zu wünschen, daß die Retourbillet-Frage endlich einmal an entscheidender Stelle zum Austrag gebracht werde.
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Sven Himmen