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Ryan Davis
Ryan Davis

Heute erreichte mich die Nachricht, dass Ryan Davis vor wenigen Tagen verstorben ist. Wenige Tage nach seiner Hochzeit. Jetzt sitze ich hier zu Hause herum und weiß nicht, was ich machen soll. Ich weine. Vor kurzem verstarb meine Oma. An diesem Tag weinte ich auch. Und heute? Heute weine ich um einen Mann, den ich nie persönlich getroffen habe. Der mich nicht kannte. Der auf einem anderen Kontinent lebt. Den ich lediglich durch einen Podcast und einen Haufen Internetvideos "kenne". Und ich versuche zu begreifen, warum.

Ich will Ryan Davis an dieser Stelle nicht großartig vorstellen, da ich auf Dinge dieser Art gerade überhaupt keine Lust habe. Ryan arbeitete bei GiantBomb, einer Internetseite über Videospiele. Meiner Meinung nach der besten Internetseite über Videospiele. Der einzigen Seite über Videospiele, die ich mehrmals am Tag besuche, deren Livestreams ich so oft wie möglich live mitverfolge und deren Podcast mich nun schon seit mehreren Jahren Woche für Woche unterhält. Ich bin dort Premiummitglied geworden, weil ich die Inhalte der Seite so sehr schätze, dass ich den Leuten dort Geld dafür geben wollte. Ryan war Mitbegründer dieser Seite und wurde zu einem Teil meines Lebens. Ich weiß, wie kitschig das klingt, aber ich weiß gleichzeitig nicht, wie ich es anders ausdrücken soll.

Ich besuche GiantBomb wegen den dort arbeitenden Menschen. Ryan, Jeff, Vinny, Brad, Patrick, Drew und all die anderen Leute dort behandeln das Thema Videospiele so, wie ich es am liebsten selbst tun würde: Sich mit Freunden zusammensetzen und darüber reden. Natürlich geschieht dies in einem professionellen Rahmen, das Besondere daran ist jedoch, dass dieser nie offensichtlich wird. Genau diese persönliche Atmosphäre ist es, die mich jetzt so sehr um Ryan trauern lässt. Ich war nie vollständig seiner Meinung. Ich habe seine Urteile über Spiele nicht immer nachvollziehen können. Trotzdem hat mich seine Meinung interessiert. Er hatte seine wie ich meine. Ich habe ihn respektiert. Er hat mich unterhalten. Ich habe ihm gerne zugehört und zugesehen.

Das wird jetzt nie wieder geschehen.

Heute war so etwas wie mein "freier Tag". Die letzten zwei Wochen waren sehr anstrengend, heute wollte ich einfach mal den ganzen Tag lang abschalten und mich dann morgen auf die finale Lernphase vor meinen Uniklausuren stürzen. Jetzt sitze ich hier seit ein paar Stunden tatenlos rum und kann an nichts anderes mehr denken als an Ryan Davis. Eine "Internetperson", die ich nie getroffen habe. Die mich nicht kannte. Die für mich aber irgendwie so etwas wie ein Freund war. Mir fehlen die Worte.

Danke, Ryan. Danke, dass du mich so oft zum Lachen gebracht hast. Danke für dein ansteckendes Lachen. Für die vielen Geschichten, die du zu erzählen hattest. Danke für alles.

Ruhe in Frieden.

Ryan Davis
Diese Seite existiert seit dem 28.01.2001.
Sven Himmen